KESSWIL: Gas stopft Loch beim Wasser

Die Rechnung der Politischen Gemeinde schliesst besser ab als erwartet. Ja sagen die Stimmbürger zu einer Umverteilung bei den Spezialfinanzierungen.

Kurt Peter
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«Die Rechnung weist ein kleineres Defizit aus als budgetiert.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeindepräsident Kurt Henauer 65 Stimmberechtigte am Mittwochabend in der Kesswiler Mehrzweckhalle. Eigentlich sei der Gemeinderat von einem Verlust in Höhe von 168000 Franken ausgegangen, herausgekommen sei ein Minus von 58000 Franken. Darin eingeschlossen sind die Kosten für die Sanierung Seetalstrasse. Zum besseren Abschluss beigetragen hätten eine erfolgreiche Bewirtschaftung der Verlustscheine sowie der erfreulich höhere Steuereingang.

200000 Franken werden verschoben

Anders als die Rechnung gab der Antrag des Gemeinderates zu reden, 200000 Franken von der Spezialfinanzierung «Gas» in die Spezialfinanzierung «Wasser» zu übertragen. Gemeinderat Rolf Steiger begründete dieses Ansinnen mit dem vollen Topf der Gasversorgung und den ständigen Verlusten bei Abwasser und Wasser. Zudem stünden beim Wasser hohe Investitionen von 300000 Franken in den Jahren 2019 und 2020 an, beim Abwasser 100000 Franken im laufenden Jahr. Die Wassertarife seien schon hoch, diese weiter nach oben zu schrauben, sei nicht möglich. Die Kasse «Gas» gehöre den Gasbezügern, meinte ein Stimmberechtigter, eine Verteilung auf die anderen Kassen komme nicht in Frage. Dem Vorschlag, die Spezialfinanzierung «Wasser» aus der Gemeindekasse zu finanzieren, musste Henauer eine Abfuhr erteilen: Dies sei aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Die Umverteilung fand mit 52 Ja- gegen 10 Nein-Stimmen bei 3 Enthaltungen Zustimmung.

Kurt Henauer gab anschliessend bekannt, dass Reto Eilinger aus dem Gemeinderat zurücktreten werde. Als Bauverwalter bleibe er der Gemeinde aber treu. Gekündigt habe Gemeindeschreiberin Monika Sauter. Sie verlasse Kesswil auf den 31. Juli und ziehe in den Kanton Bern um. Das Anliegen der IG Entlastung Dorfkern wolle er als «formell erledigt abschreiben», erklärte der Gemeindepräsident. Laut geltender Rechtsprechung seien Erschliessungen über Siedlungsgebiete zu realisieren, über Landwirtschaftsgebiet sei dies nicht möglich. Ausserdem sei die geplante Arbeitszone weggefallen, weil sie noch nicht überbaut sei. Vorwärts hingegen gehe es beim Thema «Breitbandanschluss», konnte Henauer informieren. Die Swisscom habe den Ausbau versprochen und werde die Gemeinde mit Glasfaser­kabeln versorgen.

5,2 Millionen für zehn Wohnungen

Gemeinderat Richard Heinzer informierte über das Projekt «Generationenhaus». Geplant seien zehn Wohnungen, eine konkrete Kostenschätzung gehe von Investitionen von 5,2 Millionen Franken aus. Das Land sei darin enthalten. Über die Rechtsform der Trägerschaft werde noch diskutiert. In Frage kämen eine Genossenschaft oder eine Aktiengesellschaft mit einem Minderheitsanteil der Gemeinde. Wie es zeitlich mit dem Projekt vorangehe, hänge stark vom Fortschritt der Finanzierung ab, meinte er.

Kurt Peter

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch