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KESSWIL: Ein Dorf stösst an seine Grenzen

Der Gemeinde geht es finanziell recht gut. Der Gemeindepräsident spricht jedoch von einer grossen Anspruchshaltung der Bevölkerung, die nicht leicht zu befriedigen sei.
Marion Theler

Mit einer Steuerkraft von 2077 Franken befinde man sich mittlerweile im oberen Drittel des Kantons, sagte Kurt Henauer an der Budgetgemeinde am Donnerstagabend. Er sei froh, dass sich Kesswil zum Zahler in den Finanzausgleich entwickelt habe, auch wenn der Beitrag klein sei.

Sorgen bereitet ihm die «Anspruchshaltung der Leute»: Die Einwohner der Gemeinde würden genau die gleichen Dienstleistungen erwarten wie an einem grossen Ort. «Die Herausforderungen sind für uns sehr gross.» Mit nur zwei Vollzeit­stellen auf der Verwaltung diese Leistungen zu erbringen, sei «happig».

Budget sieht Defizit von 239 000 Franken vor

Synergien, Korporationen und Fusionen seien für Kesswil interessant und wichtig, sagte Henauer und verwies als Beispiel auf das neue Kompetenzzentrum Soziale Dienste See, in dem fünf Gemeinden ihre Aktivitäten im Bereich der gesetzlichen Fürsorge, des Asylwesens und des Krankenkassen-Case Managements ab ­Januar 2018 bündeln.

Das Budget 2018 sieht nochmals ein grösseres Defizit vor, nämlich 239 000 Franken, und das bei einem Aufwand von circa 3,5 Millionen Franken. Den Steuerfuss von 50 Prozent wolle die Behörde nicht senken, obwohl es diesbezüglich vielleicht Erwartungen gegeben habe, führte der Gemeindepräsident weiter aus. Das Budget wurde einstimmig, der Steuerfuss mit einer Nein-Stimme genehmigt. Das Ziel sei es, bei weiterhin 50 Prozent künftig keine Aufwandüberschüsse mehr zu produzieren und das Eigenkapital auf rund 1,5 Millionen Franken zu halten, erläuterte Henauer den Finanzplan.

Fussgängerschutz an der Bahnhofstrasse

Die Gasleitungen sind absolut marode und die Sicherheit der Fussgänger, insbesondere der Schulkinder, ist nicht befriedigend: Gemeinderat Rolf Steiger erklärte, weshalb die Bahnhofstrasse dringend saniert werden muss. Geplant ist es, das Trottoir ein Stück zu verlängern und dann die Fussgänger mit einem verengten Übergang auf die andere Seite, die bereits über ein Trottoir verfügt, zu leiten. Einige Bürgerinnen und Bürger bezweifelten die Effizienz dieser Fahrbahn­verengung auf circa 3,5 Meter. Das würde die Autofahrer und Lastwagen nicht zum Bremsen bewegen, meinten sie. Der Kredit über insgesamt 445 000 Franken wurde nach längerer Diskussion schliesslich ohne Gegenstimmen und drei Enthaltungen genehmigt.

Zweitmeinung für die Ortsplanung

Kurt Henauer informierte, dass man sich für die Revision der Ortsplanung eine Zweitmeinung einhole. Die Ortsplanung sei in der Bevölkerung dermassen umstritten und es seien während der Auflage so viele, teils kontroverse Einsprachen eingegangen, dass man sich an die Beratungsstelle des Schweizer Verbands für Raumplanung gewendet habe. Die Zweitmeinung soll der Behörde helfen, zu entscheiden, wo die Einsprecher falsch liegen und wo nicht.

Richard Heinzer stellte den Stand des Projekts «Generationenhaus» vor. Man habe viel Zeit verloren, die richtige Rechtsform zu finden, mit der das öffentliche Beschaffungswesen umgangen werden könne und mit der eine dominante Mitbestimmung der Gemeinde nicht verunmöglicht werde. Eine Genossenschaft in Verbindung mit der Landabgabe im Baurecht, die eine vertraglich festgelegte Zweckbestimmung ermögliche, sei die gute Lösung.

Einige kritische Voten verlangten einerseits, dass mit dem Projekt nun endlich konkret vorwärtsgemacht werden soll und von anderer Seite, dass man endlich die Bevölkerung fragen soll, ob sie das Projekt überhaupt unterstütze. Ziel des Generationenhauses sei es, so Heinzer, ältere Kesswiler dazu zu bewegen, ihre grossen Einfamilienhäuser freizugeben.

Marion Theler

romanshorn

@thurgauerzeitung.ch

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