KESSWIL: Die Turner eröffnen das Feuer

Im Rahmen der 125-Jahr-Feier führte der Turnverein die erste Schweizer Meisterschaft im Hammerball durch. Insgesamt 200 Sportler standen sich am Samstag auf der Badiwiese gegenüber.

Sara Carracedo
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Packende Spielszenen im Kampf um den Ball gehören beim Hammerball dazu. (Bild: Sara Carracedo)

Packende Spielszenen im Kampf um den Ball gehören beim Hammerball dazu. (Bild: Sara Carracedo)

Sara Carracedo

romanshorn@thurgauerzeitung.ch

Es hat nichts mit einem Hammer zu tun und gleicht auch nicht der Sportart Cricket. Es ist eine Disziplin, die vor allem unter den Mitgliedern der Turnvereine bekannt ist. Was für den Laien eher nach Völkerball aussieht, ist eine abgeleitete Version des amerikanischen Dodgeball und nennt sich im deutschsprachigen Raum Hammerball. Dafür braucht man zwei Mannschaften mit mindestens sechs Spielern, einen Volleyball und einen Schiedsrichter.

Im Hammerball gewinnt die Mannschaft, welche alle Spieler des gegnerischen Teams mit dem Ball abgeschossen hat. Die Regeln sind einfach: Wer vom Ball getroffen wird, muss an den Spielfeldrand treten und darf erst wieder rein, wenn es einen Gegner erwischt hat. Die Mittellinie darf nicht übertreten werden und wenn der Ball vom Spieler direkt gefangen wird, muss derjenige raus, der geschossen hat.

Nur ein verstauchter Finger

Die männlichen Spieler sind dabei alles andere als zimperlich. Der Ball wird von den Sportlern so scharf geschossen, dass bei jedem Aufprall ein dumpfer Schlag zu hören ist. Alle Sportler haben sichtlich Spass und nehmen den Wettkampf dennoch ernst. Die Teams feuern sich gegenseitig an. Trotzdem will jeder den Sieg nach Hause bringen und gibt sein Bestes. Bis auf einen verstauchten Finger sind aber keine ernsthaften Verletzungen zu verzeichnen.

Es ist die erste und einzige offizielle Hammerball-Schweizer- Meisterschaft und wurde im Rahmen der 125-Jahr-Jubiläumsfeier vom Turnverein Kesswil ins Leben gerufen. «Wir spielen jeden Freitag im Verein Hammerball und sind alle sehr passionierte Spieler. So sind wir auf die Idee gekommen, eine eigene Meisterschaft durchzuführen», verrät Joey Geering, Präsident des TV Kesswil. Nachdem der Verein alle Abklärungen mit dem Bundesamt für Sport und dem Schweizerischen Turnverband getroffen hatte, gründete er seine eigene Hammerball-Vereinigung. Diese kommt nicht nur bei den Teilnehmern gut an, wie Geering berichtet: «Es ist immer schön, wenn in Kesswil etwas läuft. Daher wurde die Idee von der Gemeinde und den anderen Vereinen sehr gut aufgenommen. Auch die Dorfbewohner sind begeistert. Viele schauen heute bei uns vorbei.»

Eine weitere Meisterschaft ist wahrscheinlich

Für den Event haben die Gründer Turnvereine und Handballclubs aus den Kantonen Zürich, St. Gallen und Thurgau angeschrieben. Schliesslich haben sich 20 männliche und sechs weibliche Gruppen angemeldet. Die meisten stammen aus der Ostschweiz. Geering ist mit der Teilnehmerzahl überglücklich, doch er hätte sich mehr Zuschauer gewünscht: «Hammerball ist in der breiten Bevölkerung noch zu unbekannt und wird überwiegend in Turnvereinen gespielt. Wir hätten mehr Werbung machen sollen, damit auch Vereine aus anderen Kantonen vertreten sind und wir mehr Zuschauer haben.»

Die Rückmeldungen der Teilnehmer seien alle extrem positiv und einige wollen sich bereits für die kommende Meisterschaft im nächsten Jahr anmelden: «Es sieht so aus, als ob wir es nächstes Jahr nochmals durchführen werden. Drei Vereine haben bereits angekündigt, wenn wir die Meisterschaft nicht durchführen würden, übernehmen sie den Anlass», sagt Geering und lacht.