KEMMENTAL: Sie hobelten, stampften und machten ein

Das zweite Suurchrutfäscht des Männerturnvereins Alterswilen war ein voller Erfolg. Die vielen Besucher stellten selber Sauerkraut her und hatten dabei viel Spass.

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In einer fröhlichen Runde stampfen die Besucher den Weisskabis ein. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

In einer fröhlichen Runde stampfen die Besucher den Weisskabis ein. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Sauerkraut ist eine Gesundheitsbombe. Das behaupten die Mitglieder des Männerturnvereins Alterswilen. Dass es dazu die Geselligkeit fördert, wurde den vielen Besuchern am Samstag beim zweiten Suurchrutfäscht bewusst. Doch zuerst hiess es arbeiten, danach kam mit leckeren Sauerkrautgerichten das kulinarische Vergnügen. Am Samstag haben die 35 Turner und deren Ehefrauen auf den Hof von Otto und Irène Brändli nach Bommen eingeladen. Während des ganzen Tages waren die vielen Besucher mit Feuereifer dabei: Es wurde in fröhlicher Runde Weisskabis gehobelt, gestampft und eingemacht. Das zweite Suurchrutfäscht war ein voller Erfolg.

«Heute weiss kaum einer, wie man Sauerkraut selber herstellt», sagte Helferin Monika Brauchli. «Das wollten wir ändern. Für das Hobeln im Takt gibt es Instruktionen.» Alles, was es für die ­Herstellung des Sauerkrautes braucht, hielten die Frauen bereit. Sie zeigten es vor: Den gehobelten Kabis füllt man ins Glas oder in den Topf, streut etwas Salz darüber. Danach wird das Kraut von Hand oder mit dem hölzernen Stampfer gepresst, bis es Wasser zieht. Wer mag, würzt mit Wacholder oder Kümmel. Die Molke sorgt für den Gährungsprozess und dann heisst es, die Gläser und Töpfe zu verschliessen und einige Wochen zu lagern.

So manch einer hatte das dritte Glas in Arbeit. Andere brachten den grossen Einmachtopf mit. Nicht nur beim Hobeln und Stampfen herrschte Hochbetrieb. In der Scheune stemmten die Männerturner ein tolles Fest. Auf dem Schwyzerörgeli spielten um die Mittagszeit «Diä Gächä» aus Untereggen. Der Männerriegler-Teller wurde als Spezialität serviert. «Wir sind auf einen Ansturm vorbereitet», sagte Vereinspräsident René Brauchli. Denn beim letzten Suurchrutfäscht kamen über 600 Gäste. OK-Präsident Ruedi Schnyder ist die treibende Kraft hinter dem Suurchrutfäscht. Die Idee hatte er zusammen mit Christoph Zürcher.

Der Bio-Weisskabis wurde aus Neuwilen gespendet

Pausenlos herrschte viel Betrieb. Dazu spielte das Wetter prima mit. Die Besucher seien teils von weither gekommen, sagte Festwirt Josef Kressibucher. Der Weisskohl kommt aus der Region. Urs Dünner aus Neuwilen hat dem Männerturnverein 400 Kilogramm Weisskabis in Bio-Qualität gespendet. Die Ernte sei dieses Jahr besonders gut ausgefallen, sagte der Landwirt, der sich gutgelaunt unter die fröhliche Gästeschar mischte.

Manuela Olgiati

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch