KEMMENTAL: Bauschutt bewegt die Gemüter

Der Kanton benötigt eine neue Deponie des Typs E. Altishausen kommt als Standort in Frage. Regierungspräsidentin Carmen Haag informierte an der Gemeindeversammlung.

Manuela Olgiati
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Manuela Olgiati

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

In Altishausen könnte eine neue Deponie entstehen. Das Thema bewegte die 86 Stimmbürger an der Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Kemmental in der Turnhalle Hugelshofen. Regierungspräsidentin Carmen Haag und Vertreter des kantonalen Amts für Umwelt informierten über einen Nachfolgestandort der Deponie im Kehlhof bei Berg. Diese sei die einzige verfügbare Deponie des Typs E im Kanton und werde in rund vier Jahren voll sein. Im Zuge der Revision des kantonalen Richtplanes sei der Standort Zelgli in Altishausen als Nachfolgestandort vorgeschlagen und öffentlich bekannt gegeben worden. Dieser Standort wäre geeignet, sagte Haag.

Vor zweieinhalb Jahren stellte ein privater Betreiber seine Pläne für die neue Deponie vor. Ein konkretes Projekt liege jedoch nicht vor. Erwartungsgemäss kritisch steht die Bevölkerung dem Vorhaben gegenüber. Es gebe zwei weitere Standorte in Wigoltingen und Homburg, die der Kanton prüfe, sagte Haag. Der Markt entscheide, der Kanton lasse sich nicht treiben, sondern habe verschiedene Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Es wird mit einer Betriebszeit von rund 30 Jahren gerechnet.

Ein weiter Weg bis zur Bewilligung

Bis zur Bewilligung ist es für die Initianten ein weiter Weg. Die definitive Festsetzung im kantonalen Richtplan müsste erreicht werden, sagte die Regierungspräsidentin weiter. Zudem müsste ein Gestaltungsplan samt Umweltverträglichkeitsprüfung erarbeitet werden, bevor ein Baugesuch eingereicht und um eine Betriebsbewilligung ersucht werden könnte.

Martin Eugster, Leiter Abteilung Abfall und Boden, informierte über die Auflagen, um unverschmutzten Aushub zu lagern. Der Bedarf an Deponievolumen der Abfälle im Thurgau liege bei rund 1,6 Kubikmetern. Für diese Deckung genüge eine Deponie. Entscheidender Faktor sei der Umgang mit Kehrichtschlacke. Weitere Informationen sind zu einem späteren Zeitpunkt zu erwarten, wenn ein konkretes Projekt vorliege.

Zügig konnte Gemeindepräsident Walter Marty die Traktandenliste durchgehen. Die Rechnung 2016 weist bei einem Aufwand von 4,144 Millionen Franken einen Gewinn von 977473 Franken aus. Die Rechnung hiessen die 86 Stimmberechtigten einstimmig gut. Ebenso wurde der Antrag zur Verwendung des Gewinnes bewilligt. 900000 Franken fliessen in die Vorfinanzierung der neuen Mehrzweckhalle in Alterswilen. 75000 Franken werden für die Vorfinanzierung der Einführung der Geschäftsverwaltung Axioma verwendet. 2473 Franken werden dem Eigenkapital gutgeschrieben.

Einstimmig genehmigten die Stimmberechtigen zudem den Investitionskredit über 388000 Franken für die Werkleitungs­sanierung der Doldenstrasse in Hugelshofen. Einstimmig fiel das Ergebnis auch über den Investitionskredit von 216000 Franken für die Werkleitungssanierung Oberstöcken bis zur Autobahn aus.

Früh-Bus wird wieder eingeführt

Für die Wiederaufnahme des Früh-Morgen-Busses der Gemeinde Kemmental hatte sich im Vorfeld eine Gruppe Kemmentaler eingesetzt. Der Bus mit Ankunft um 6 Uhr beim Bahnhof Weinfelden wurde nach zweijährigem Testlauf ohne Ankündigung eingestellt. Pendler mit einem Arbeitsweg nach Zürich und St. Gallen haben ohne diesen Kurs keine Möglichkeit mehr, ihre Arbeitsstellen mit dem ÖV zu erreichen. Der Empfehlung des Gemeinderates, die Wiedereinführung des Postauto-Frühkurses 921 ab Schwaderloh um 5.29 Uhr wegen der hohen Kosten von 24000 Franken abzulehnen, folgten die Bürger nicht. 38 Personen stimmten gegen den Ablehnungs-Antrag der Behörde, nur 33 waren dafür. Somit wird der Früh-Morgen-Bus ab 2018 wieder eingeführt. Ein Votant äusserte noch den Wunsch nach einer Bushaltestelle in Altishausen.