«Keine Worthülse»

In der Niederlage zeigt Patrick Hug Grösse. Andreas Balg biete er seine volle Unterstützung an.

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Patrick Hug vor dem Arboner Stadthaus. (Bild: Max Eichenberger)

Patrick Hug vor dem Arboner Stadthaus. (Bild: Max Eichenberger)

Das Wählerverdikt ist klar gegen Sie ausgefallen.

Patrick Hug: Die Enttäuschung darüber kann ich nicht verbergen, sie ist gross. Ich möchte zunächst aber allen Arbonern danken, die mich in den letzten Wochen und Tagen stark unterstützt und an mich geglaubt haben – und gratuliere Andreas Balg zur Wahl.

Wie interpretieren Sie das Ergebnis?

Hug: Vielleicht habe ich mit meinem Komitee einen zu braven Wahlkampf geführt. Wir haben ihn auf meiner Erfahrung aufgebaut und dosiert und sachlich geführt. Er beruhte auf drei Pfeilern: der politischen Erfahrung, die Führungserfahrung und die Verwurzelung in Arbon. Dafür sollte auch ein Budget von 10 000 Franken ausreichen. Wir wollten Arbon nicht mit Plakaten vollpflastern.

Haben Sie oder Ihr Komitee zu wenig getan?

Hug: Qualität und Quantität möchte ich doch unterscheiden. Unser Komitee war eine kleinere, aber sehr engagierte Gruppe. Das Komitee Balg hat einen sehr aufwendigen Wahlkampf, wie ich eingestehe, geführt mit einem deutlich grösseren Budget. Der Slogan «der Fünfer und das Weggli» – mit meinem Kontrahenten als Stadtammann und mir als Vize –, der hat offensichtlich verfangen. Seltsam berührt hat mich jedoch die Unterstellung, ich würde mich mit Fähigkeiten dekorieren, die einer Überprüfung nicht standhielten. Ich habe nie und in keiner Weise etwas vorgegaukelt.

Kann es auch sein, dass von einem Wirtschaftsförderer erwartet wird, dass er leichter Arbeitsplätze nach Arbon holen kann?

Hug: Unter diesem Titel ist die Kampagne gelaufen. Offensichtlich spielte der Wunsch eine grosse Rolle, dass Arbon wirtschaftlich weiter vorangetrieben wird. Das ist aber auch mir ein Anliegen.

Wie sehen Sie die künftige Zusammenarbeit im Stadtrat?

Hug: Zunächst wünsche ich Andreas Balg viel Erfolg in seiner künftigen Tätigkeit als Stadtammann von Arbon. Er wird meine volle Unterstützung haben. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit und gehe davon aus, dass auch Andreas Balg diese sucht und den Stadtrat als Team sieht, in dem jeder Verantwortung trägt und sich in seinem Aufgabengebiet positionieren kann – das heisst, auch nach aussen eine Rolle spielen kann. In jedem Ressort stehen grosse Aufgaben an.

Sie beschwören auch in der Niederlage den Teamgeist.

Hug: Absolut! Als Person Patrick Hug habe ich zwar eine Niederlage erlitten, es wird noch ein paar Tage dauern, bis die überwunden ist. Aber wie gesagt, ich biete Andreas Balg meine volle Unterstützung an. Mir geht es wirklich um Arbon. Dieser Slogan ist und bleibt nicht bloss eine Worthülse. Ich hoffe, dass Andreas Balg das Amt so rasch wie möglich antreten kann. Bis Ende Jahr bin ich noch bei den Tagblatt Medien freigestellt, um interimistisch das Stadtammannamt ausüben zu können. Interview: me