Keine Katze im Sack

ARBON. Das Parlament verlangt einen Marschhalt in den Verhandlungen mit HRS über den Hamel-Verkauf. Das Ergebnis der konsultativen Abstimmung ist zwar für den Stadtrat nicht bindend. Der klar bekundete Wunsch nach mehr Transparenz ist aber als deutliches Signal an seine Adresse zu verstehen.

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Das Parlament verlangt einen Marschhalt in den Verhandlungen mit HRS über den Hamel-Verkauf. Das Ergebnis der konsultativen Abstimmung ist zwar für den Stadtrat nicht bindend. Der klar bekundete Wunsch nach mehr Transparenz ist aber als deutliches Signal an seine Adresse zu verstehen. Nämlich, mit dem Verkauf der 2009 zu einem Schnäppchenpreis erworbenen ehemaligen Fabrikliegenschaft an die in Arbon omnipräsente Investorin HRS nicht einfach bloss Kasse zu machen und die strapazierten Finanzen aufzupolieren.

Der Fingerzeig geht klar dahin, den verlockenden Gewinnaussichten nicht die öffentlichen Interessen zu opfern. Dazu gehört zum Beispiel das Bedürfnis nach Kulturräumen. Diese sind ausser Traktanden gefallen. Das musste kürzlich zur Kenntnis genommen werden. Und der Stadtammann hat nun diesen Fakt bestätigt.

Der Unmut ist spürbar: Die Arboner wollen sich nicht nur einseitigen wirtschaftlichen Interessen und der Investorin HRS ausliefern, die in der Entwicklung der Stadt gleich an mehreren Hebeln schaltet. Und sie wollen vor allem auch mehr Transparenz in den Planungsabsichten. Das sieht auch das Parlament so, das sich schwertut, das Vertrauen in den Stadtrat und seine Verhandlungsstärke aufrechtzuerhalten.

Stadtrat und HRS haben Fehler in der Kommunikation gemacht. Nicht alle Verhandlungsdetails, aber zumindest wichtige Vertragseckpunkte sollten als «vertrauensbildende Massnahme» publik gemacht werden, bevor das Verkaufsgeschäft abgeschlossen wird. Daran müsste auch HRS in Sorge um ihr Image ein Interesse haben. Mehr offensive Information ist dringend gefragt.

Max Eichenberger

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