Keine einzige positive Reaktion

Güttingen. Schon im Juli nahm der Güttinger Gemeinderat mit Erstaunen zur Kenntnis, dass die Gemeinde neu zum Bezirk Arbon gehören soll.

Martin Bänziger
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Güttingen liebt Kreuzlingen, und nicht Arbon. (Bild: Zeichnung: Thomas Werner)

Güttingen liebt Kreuzlingen, und nicht Arbon. (Bild: Zeichnung: Thomas Werner)

Güttingen. Schon im Juli nahm der Güttinger Gemeinderat mit Erstaunen zur Kenntnis, dass die Gemeinde neu zum Bezirk Arbon gehören soll. Der Regierungsrat argumentierte bei der Neueinteilung, die fünf neuen Bezirke müssten ausgeglichen strukturiert sein, weshalb Güttingen vom grössten Bezirk Kreuzlingen zu Arbon wechsle. Nachdem sich die Wellen der Empörung in der 1400 Einwohner zählenden Seegemeinde etwas gelegt haben, zieht der Güttinger Gemeindeammann Eugen Staub eine erste Bilanz und skizziert das weitere Vorgehen.

Einhellige Ablehnung

Der Vorschlag des Regierungsrates, Güttingen künftig zum Bezirk Arbon zu zählen, sei im Dorf auf einhellige Ablehnung gestossen, sagt Gemeindeammann Staub auf Anfrage. Gemeinderat und Gemeindeverwaltung hätten nur zahlreiche negative Stellungnahmen zur Kenntnis genommen, jedoch nicht eine einzige positive Reaktion. Deshalb werde bei der Bevölkerungsumfrage, welchen Stellenwert die drei Regionalzentren Kreuzlingen, Amriswil und Arbon besitzen, die Frage der gewünschten Bezirkszugehörigkeit nicht mehr gestellt. Die Bevölkerung habe sie mittlerweile selbst beantwortet, ist Eugen Staub überzeugt.

Als erste Gegenmassnahme beschloss Gemeinderat, die Bezirkszugehörigkeit im Vorstand der Regionalplanungsgruppe zu diskutieren. Die elf Gemeindeammänner des Bezirks Kreuzlingen waren denn auch einstimmig der Meinung, ihren Güttinger Kollegen zu unterstützen. Der Langrickenbacher Gemeindeammann Markus Hausammann bestätigt auf Anfrage, die Regionalplanungsgruppe habe im August «den Wurm und den Bezirkswechsel» klar abgelehnt.

Nach Ansicht der zwölf Gemeindeammänner sei der neue Bezirk Kreuzlingen mit Steckborn und Diessenhofen zu gross und zu unterschiedlich. Zudem gebe es auch keine Notwendigkeit, beim Bezirkswechsel von Güttingen gewachsene Strukturen zu zerstören. Der Langrickenbacher Gemeindeammann und alt Kantonsrat ist überzeugt, dass das Parlament beide Fehler der Regierung korrigieren werde.

Brief an Kantonsräte

Anfang Oktober hat der Güttinger Gemeinderat einen weiteren Schritt beschlossen, um den Bezirkswechsel abzuwenden. In einem Brief an die 15 Mitglieder der vorberatenden Grossratskommission sowie an die Kantonsräte der Bezirke Kreuzlingen, Arbon, Steckborn und Diessenhofen legt der Gemeinderat seine Sicht der Dinge dar: Die regierungsrätliche Vorgehensweise werde der Sorgfaltspflicht nicht gerecht, sondern schaffe kurzsichtig und vorschnell neue Probleme.

Auch nehme der Regierungsrat die gewachsenen Regionalstrukturen nicht zur Kenntnis. Sie betreffen insbesondere den Sekundarschulkreis Altnau wie den im Aufbau befindlichen Feuerwehrzweckverband Altnau-Güttingen, den Gewerbeverband Region Altnau, die Wasserversorgung, die Spitex, die Zivilschutzorganisation oder die Tourismusförderung. Gemeindeammann Staub ist der festen Überzeugung, dass der Kantonsrat 2009 die Gemeinde Güttingen wieder dem Bezirk Kreuzlingen zuteilt. Sonst werde in der Volksabstimmung 2010 die gesamte Neuorganisation des Kantons bachab geschickt.

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