Kein Tiefgang im Hafen Seegarten

Der tiefe Bodenseepegel lässt Schiffsbesitzer verzweifeln, zumindest wenn sie ihre Boote im Sporthafen Seegarten einwassern und sich dem Segelvergnügen widmen wollen. Bei Tiefgang ab 1,8 Meter geht gar nichts mehr.

Kurt Peter
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Am Haken vom Seegarten: Hätte dieses Schiff mehr Tiefgang, müsste es noch an Land warten. (Bild: Kurt Peter)

Am Haken vom Seegarten: Hätte dieses Schiff mehr Tiefgang, müsste es noch an Land warten. (Bild: Kurt Peter)

kreuzlingen. Die Osterfeiertage mit wunderbarem Wetter sind wahre Freudentage für Wassersportler. Entsprechend gross ist der Andrang in den Häfen, um die Schiffe endlich einzuwassern. Das ist trotz des geringen Wasserstandes fast überall möglich, doch im Hafen Seegarten gibt es Probleme. Dies bestätigt Marlen Graf von der gleichnamigen Werft: «Osterzeit ist Saisonbeginn, aber Schiffe ab 1,8 Meter Tiefgang können wir in Kreuzlingen nicht einwassern.»

Nach Bottighofen ins Exil

Das trifft vor allem grosse Segelboote, die, wenn der Kunde auf sein Vergnügen nicht verzichten will, in Bottighofen ins Wasser kommen. «Alle wollen rein», bestätigt Angela Schaffert von der Heinrich-Werft. Da die heikle Situation im Seegarten aber bekannt sei, hätten einige Schiffsbesitzer die Einwasserung terminlich nach hinten verschoben. Als das grösste Problem sieht sie die Ein- und Ausfahrt des Hafens an. Der Yachtclub Kreuzlingen hat aufgrund des Pegelstandes schon einmal ein Notfallszenario für seinen Volvo Match Race Cup erstellt. Vom 29. April bis 1. Mai werden sich die Teams in der Konstanzer Bucht spannende Rennen liefern. «Einwassern wird in Kreuzlingen wohl nicht möglich sein, so dass wir die Teilnehmer nach Bottighofen umleiten müssen», sagt Präsident Andreas Giger. Auch das Startschiff werde das gleiche Schicksal erleiden. Er hofft einerseits auf den Goodwill der Nachbargemeinde und andererseits, dass das Problem mit der Hafeneinfahrt beim Seegarten bald gelöst wird. Die Fahrrinne verlande massiv.

Das Ende ist absehbar

Das Problem soll rasch gelöst werden, verspricht der zuständige Stadtrat David Blatter. Die Fahrrinne werde Anfang Mai ausgebaggert, vorher sei es nicht möglich. Der Kanton verbiete, ausgebaggertes Material in der Zeit von Oktober bis April zu verklappen – dies aus Rücksicht auf die Fischerei. 25 000 Franken kosteten die Stadt die Baggerarbeiten in der Hafenein- und -ausfahrt, sagt Blatter. Eine Massnahme, die im Schnitt alle sieben Jahre getroffen werde.