Kein Techno mehr beim Zelglihof

Die Tech-House-Party auf dem Zelglihof hält Ermatingen auf Trab: Der Veranstalter will eine Neuauflage und verspricht minimste Lärmemissionen. Der Zelglihof-Besitzer sieht sich unter Druck. Dem Dorffrieden zuliebe krebst er nun zurück.

Annina Flaig
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Rund 300 Besucher tanzten Mitte Juli am Festival «Maison des Rêves» auf dem Zelglihof zu elektronischer Musik. (Bild: pd)

Rund 300 Besucher tanzten Mitte Juli am Festival «Maison des Rêves» auf dem Zelglihof zu elektronischer Musik. (Bild: pd)

ERMATINGEN. Viel Gras ist noch nicht über die Sache gewachsen. Doch Alen Kayaoglu findet keine Ruhe. Seine Party mit dem Namen «Maison des Rêves» auf dem Zelglihof hatte Mitte Juli in Ermatingen für Wirbel gesorgt und mehrere Beschwerden nach sich gezogen. «Ich habe eine Lösung gefunden, so dass der Event die Nachbarn nicht stören wird», sagt Kayaoglu. Stein des Anstosses waren die Lärmemissionen der unter freiem Himmel veranstalteten Tech-House-Party mit rund 300 Besuchern: Ein monoton dröhnender Bass war bis nach Gottlieben hörbar gewesen. Die Gemeinde hat dem Veranstalter daraufhin mitgeteilt, dass sie keine weitere Party bewilligen werde (unsere Zeitung berichtete).

Veranstalter hat Lösung parat

In den vergangenen drei Monaten hat sich Alen Kayaoglu den Kopf darüber zerbrochen, wie er seine Party retten könnte. Jetzt präsentiert er der Gemeinde seinen Lösungsvorschlag: Ein sogenannter Cardioid-Subwoofer. Dank dieser Technik wird nach Angabe von Kayaoglu der Tieftonbereich nach vorne reduziert und zur Seite abgestrahlt. Nach hinten werde der Schall zum grössten Teil unterdrückt.

Die gleiche Technik hat laut Kayaoglu beim «Takt am See» dafür gesorgt, dass die zweite Auflage des Elektro-Festivals auf der Romanshorner Festwiese ohne Lärmbeschwerden über die Bühne ging. Bei der ersten Auflage war dort genau das Gleiche passiert wie auf dem Zelglihof. Kayaoglu sagt, er habe sich mit dem Veranstalter von «Takt am See» ausgetauscht. «Wir werden den gleichen Soundtechniker beiziehen, damit wir sicher sein können, dass unsere nächste Party niemanden mehr stört.» Er habe bei der Gemeinde nun ein Gesuch für eine zweite Auflage eingereicht und hoffe auf einen positiven Entscheid.

Aussagen widersprechen sich

Alen Kayaoglu habe einen Lösungsansatz skizziert und sich bereit erklärt, eventuelle Unklarheiten in einem gemeinsamen Gespräch klären zu wollen, sagt Coreta Schmied, Stabstelle Gemeindepräsident Information, auf Anfrage. Man werde Kayaoglu aber keinen positiven Bescheid geben können, zumal Walter Kreis in einem Gespräch signalisiert habe, dass er seinen Partyplatz für diese Veranstaltung nicht mehr zur Verfügung stellen wolle. Demgegenüber steht die Aussage von Alen Kayaoglu. Dieser sagt: «Herr Kreis würde den Event nächsten Sommer gerne mit uns wiederholen.» Was stimmt?

Zelglihof-Besitzer im Zwist

Er befinde sich in einer verzwickten Situation, erklärt Zelglihof-Besitzer Walter Kreis auf Anfrage. «Ich bin der Meinung, dass man diesen jungen Leuten eine zweite Chance geben sollte.» Er selbst wäre dazu grundsätzlich bereit. Nachdem er aber bereits einmal einen anonymen Drohbrief erhalten habe, habe seine Frau grosse Bedenken geäussert. Schliesslich wolle man keinen Nachbarstreit. «Insofern werden wir quasi gezwungen, dagegen zu sein», gibt er zu bedenken. Alen Kayaoglu zeigt sich enttäuscht über die Wankelmütigkeit des Zelglihof-Besitzers und ist traurig, dass die Geschichte nun eine solche Wende nimmt: «Es kann doch nicht sein, dass eine einzige Gasse so viel Macht über die ganze Gemeinde hat», sagt Kayaoglu. Damit spielt er auf die sogenannte «Meckergasse» an, die sich vehement gegen den Anlass gewehrt hatte.

Walter Kreis Besitzer Zelglihof Ermatingen (Bild: pd)

Walter Kreis Besitzer Zelglihof Ermatingen (Bild: pd)

Alen Kayaoglu Partyveranstalter Kreuzlingen (Bild: pd)

Alen Kayaoglu Partyveranstalter Kreuzlingen (Bild: pd)