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Kein neues Gemeindehaus, aber schnelles Internet für Güttingen

GÜTTINGEN. Mit ihrem neuen Gemeindehaus sind die Güttinger am Montagabend nicht weitergekommen. Sondern sie haben in einer intensiven und zeitweise emotionalen Gemeindeversammlung eher einen Schritt rückwärts gemacht.
Urs Brüschweiler
Der Güttinger Gemeindepräsident Urs Rutishauser. (Bild: Nana do Carmo)

Der Güttinger Gemeindepräsident Urs Rutishauser. (Bild: Nana do Carmo)

GÜTTINGEN. Mit ihrem neuen Gemeindehaus sind die Güttinger am Montagabend nicht weitergekommen. Sondern sie haben in einer intensiven und zeitweise emotionalen Gemeindeversammlung eher einen Schritt rückwärts gemacht. Dafür haben sie nach ebenso engagierten Voten den Vollausbau eines Glasfasernetzes in der gesamten Gemeinde bewilligt.

Ein Glasfaserkabel in jedes Haus

Alle Wohnungen in Güttingen – auch die Höfe etwas ausserhalb – sollen einen Glasfaseranschluss erhalten. Diese sogenannte FTTH-Variante (Fiber to the Home) hatte die Gemeindeversammlung im letzten November aus drei Vorschlägen ausgewählt. Nun ging es um ein Kreditbegehren von zwei Millionen Franken, was dem 60-Prozent-Anteil der Gemeinde in der Kooperation mit der Swisscom entspricht. Gemeindepräsident Urs Rutishauser, sowie Vertreter der Swisscom und des EKT präsentierten zuerst das Projekt. In der Diskussion gab es dann viele Voten, welche diesen Maximal-Ausbau als überdimensioniert empfanden. «Wer braucht schon eine Bandbreite von einem Giga», sagte etwa Thomas Thalmann. Die Gegner plädierten für eine weniger komfortable Lösung. Andere betonten, dass Güttingen seinen Einwohnern zukunftstaugliche Infrastruktur bieten müsse und sich Investitionen in die Zukunft immer auszahlten. Ein heisses Thema waren auch die nötigen Leitungen zu den abgelegenen Höfen. Es wurde angezweifelt, dass die dafür veranschlagten 200 000 Franken ausreichten. Gemeinderat Markus Weber meinte, wenn man es mit sowieso anstehenden Arbeiten für die Werkleitungen verbinde, reiche es. Auch wenn es an einigen Orten vielleicht etwas länger dauern werde als bis Ende 2018. Mit 71 Ja- gegen 39 Nein-Stimmen bewilligten die Güttinger schliesslich den Kredit, ebenso wie die dazugehörigen Anschlussgebühren für Neubauten. Für bestehende Bauten entstehen keine Kosten.

Die Rückweisung als Ausweg

Der Projektierungskredit über 285 000 Franken für den Umbau der alten Turnhalle zu einem Gemeindehaus mit Werkhof wurde allerdings zurückgewiesen. In der Überbauung des alten Schulhausareals durch einen Investor sollte auch die Verwaltung ihren Platz finden. Doch das Projekt stand am Montag unter einem schlechten Stern. Dass auch der Werkhof im unteren Teil der Halle untergebracht werden soll, sahen viele nicht ein. SVP-Präsident Armin Vogt stellte den Antrag, den Werkhof wieder aus der Planung herauszunehmen. Diese Variante erhielt dann in der Gegenüberstellung mit dem Vorschlag des Gemeinderats eine deutliche Mehrheit von 79 zu 20 Stimmen. Zur Schlussabstimmung kam es in der Folge aber gar nicht mehr. Weitere Voten führten dazu, dass nicht mehr klar war, worüber abgestimmt werden kann. Ein Antrag, der noch im Raum stand, forderte, dass die Turnhalle abgebrochen werden soll und an deren Stelle ein Neubau fürs Gemeindehaus erstellt wird. Ein anderer Antrag forderte, gar kein neues Gemeindehaus zu bauen und die Verwaltung am alten Standort zu belassen. Notabene hatte die Gemeindeversammlung einen Umbau der bestehenden Verwaltung im Januar 2014 zurückgewiesen, weil man warten wollte, bis Klarheit bestehe, ob es bei der Überbauung des alten Schulhausareals eine Lösung gebe.

Gemeindehaus bleibt Thema

Der Ausweg aus der Misere war dann die Rückweisung des gesamten Geschäftes. Der Gemeinderat wird nun an der nächsten Gemeindeversammlung einen neuen Vorschlag bringen müssen. Dieser wird aber wahrscheinlich keine Integration des Werkhofs mehr vorsehen.

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