Kein Kohlestrom von der Elbe

ARBON. Die Arboner Strombezüger werden nun doch nicht mit Kohlekraft aus der Steckdose bedient – zumindest nicht aus Brunsbüttel. Die Südweststrom hat diese Woche die Pläne für das geplante Steinkohlekraftwerk an der Elbemündung begraben.

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Arbon. Die Arboner Strombezüger werden nun doch nicht mit Kohlekraft aus der Steckdose bedient – zumindest nicht aus Brunsbüttel. Die Südweststrom hat diese Woche die Pläne für das geplante Steinkohlekraftwerk an der Elbemündung begraben. Dort hätte das grösste Steinkohlekraftwerk Europas entstehen sollen. Mit Beteiligung der SN-Energie, Stromlieferantin der Arbon Energie AG und des EW Romanshorn.

In beiden Bodenseestädten hatte sich Druck aufgebaut gegen die örtlichen Stromversorger. Grüne, Umweltverbände und SP legen ihnen nahe, gegen die Beteiligungsabsichten der SN Energie zu intervenieren. Es gab Vorstösse im Arboner Stadtparlament. Immerhin ist die Stadt Hauptaktionärin der Arbon Energie AG. Deren Vertreter allerdings sahen sich nicht befugt, in die Strategie von SN Energie hineinzupfuschen.

Auch in Romanshorn wogten die Wellen hoch. Dort wollten die Grünen das EW an der Genossenschaftsversammlung dazu verpflichten, den Beteiligungsplänen ihres Lieferanten zu entsagen. Doch sie scheiterten kläglich. Wenig konnte auch der medial inszenierte Protestmarsch des Basler Arztes Martin Vosseler durch die Seegemeinden bewirken.

Einige Schweizer Energieversorger waren zwischenzeitlich ausgestiegen, nicht aber die SN Energie AG. Immerhin hatte sie angekündigt, ihre Strategie zu überdenken. Je länger je mehr zeichnete sich das Aus ab.

Die früheren Opponenten dürften nun den Beschluss der Südweststrom mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen – irgendwo an ihren Ferienorten, sofern sie die Nachricht dort erreicht. Max Eichenberger

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