Kein Festplatz vor dem Rathaus

Das Weinfelder Gemeindeparlament genehmigte an seiner Sitzung von gestern abend den Kredit für die letzte Umbauetappe der Rathausstrasse. Deutlich abgelehnt wurden die Anträge für Bodenbeleuchtung und Sonnenschutz.

Urs Bänziger/Esther Simon
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Die Rathausstrasse bleibt, was sie ist: Eine Strasse. Auch die Längsparkplätze vor dem Rathaus bleiben. (Bild: Donato Caspari)

Die Rathausstrasse bleibt, was sie ist: Eine Strasse. Auch die Längsparkplätze vor dem Rathaus bleiben. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Die Mitglieder des Weinfelder Gemeindeparlaments waren an ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr redefreudig. Beim Kreditbegehren für die letzte Umbauetappe der Rathausstrasse entbrannte die Diskussion, ob der Platz vor dem Rathaus vermehrt für Festivitäten genutzt werden soll. Die Fraktion der CVP/EVP/Jung&Aktiv stellte den Antrag für eine Bodenbeleuchtung. Eine solche würde den Rathausplatz mit seinen historischen Gebäuden optisch markant verbessern.

Der Markt- ist der Festplatz

Der Antrag wurde deutlich abgelehnt. Eine Bodenbeleuchtung laufe den Anstrengungen zuwider, Energie zu sparen, sagte Ernst Rudolf Anderwert (FDP). Andere Parlamentarier räumten ein, dass wenn historische Gebäude beleuchtet werden sollen, ein Gesamtkonzept erarbeitet werden müsse. Gemeinderat Walter Strupler (SVP) betonte, dass gemäss Kanton im Strassenraum auf künstliche Aufhellung zu verzichten sei. «Der Festplatz in Weinfelden befindet sich nicht vor dem Rathaus, sondern auf dem Marktplatz», so Strupler.

Auch Fritz Streuli (SP) hätte den Rathausplatz gerne für festliche Anlässe aufgewertet und stellte den Antrag, im Zuge der Strassensanierung bauliche Voraussetzungen für einen Sonnenschutz zu schaffen. Doch auch sein Antrag hatte im Parlament keine Chance. Dies erneut mit der Begründung, dass vor dem Rathaus kein idealer Festplatz sei.

Längsparkierung bleibt

Die Fraktion der Grünen und SP hätten gerne auf die drei Parkplätze vor dem Rathaus verzichtet. Vergebens, dass Argument, dass Parkplätze in Weinfelden «Mangelware» seien, setzte sich mit grosser Mehrheit durch. Die drei Parkplätze werden aber nicht, wie im Bauprojekt vorgesehen, vertikal angelegt, sondern weiterhin längsseitig. Die Fraktion der EVP/CVP/Jung&Aktiv hatte einen Antrag mit der Begründung gestellt, dass die Längsparkierung das Rathaus optisch besser zur Geltung bringe und verkehrssicherer sei. Der Antrag wurde knapp, durch den Stichentscheid von Parlamentspräsident Walter Knill, angenommen.

Der Kredit von 570 000 Franken für den Strassenumbau, die 270 000 Franken für die Kanalisation sowie die Ermächtigung für den Gemeinderat, mit der Bürgergemeinde Land abzutauschen, um die Parkplätze vor dem «Trauben» bewirtschaften zu können, wurden einstimmig genehmigt.

Auch Trottoirbau genehmigt

Genehmigt hat das Parlament auch den Kredit von 285 000 Franken für den Bau eines Trottoirs an der Bachtobelstrasse mit gleichzeitiger Strassensanierung (Abschnitt Obere Weinbergstrasse bis Enggässli). Bei dieser Summe handelt es sich um den Betrag, den die Gemeinde an die Gesamtkosten von 1,18 Millionen Franken leistet. Nach Fertigstellung des Trottoirs besteht eine durchgehende Fussgängerverbindung vom Siedlungs- in das Rebgebiet. Mehrere Redner begrüssten die verbesserte Sicherheit, wenn gleich einige Votanten noch weiter gehen wollten als die Vorlage.