Kein Extrazustupf für den Turm

Ermatingen beteiligt sich mit 15 000 Franken am Bau des Napoleonturms Belvedere. Eine Erhöhung des Betrags lehnten die Stimmbürger ab.

Urs Brüschweiler
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ERMATINGEN. «Wer mehr bezahlen will, kann sich privat beteiligen», fand eine Bürgerin. Die Gemeinde Ermatingen beteiligt sich mit 15 000 Franken am geplanten Bau des Napoleonturms zu Hohenrain in Wäldi. Ein Antrag von Urs Keller an der Budgetversammlung vom Mittwoch, den Beitrag auf 20 000 Franken aufzustocken, verwarfen die Stimmbürger mit 56 Nein- zu 18 Ja-Stimmen. Keller warb engagiert für das einmalige Projekt. «Unser Ruf als langweiligstes Feriendorf gerät dadurch nicht in Gefahr, der Turm stünde in Wäldi», meinte er mit einem Lachen. Peter Hausammann sah die Beteiligung generell kritisch. «Es ist keine Aufgabe der öffentlichen Hand.» Gemeindepräsident Martin Stuber betonte ebenfalls die Möglichkeit zur privaten Beteiligung und gab zu Protokoll, dass er persönlich bereits eine Treppenstufe gesponsert habe.

Ansonsten wurden keine Budgetposten in Frage gestellt. Der bewilligte Voranschlag der Gemeinde für 2016 sieht ein Defizit von 525 700 Franken vor, wie Gemeinderat Benjamin Kasper erläuterte. Der Steuerfuss von 40 Prozent belässt man vorerst wie er ist. Für das kommende Jahr kündigte Kasper jedoch eine Sparanalyse an und auch über eine Steuererhöhung werde man anlässlich des strukturellen Defizits diskutieren müssen.

Mehr Kosten, mehr Steuern

Mehrkosten kommen auf Ermatingen in verschiedenen Bereichen zu. «Der grösste Brocken ist die öffentliche Sozialhilfe», sagte Kasper. Über 200 000 Franken höhere Ausgaben als im Budget des laufenden Jahres werden für 2016 erwartet. Es gebe mehr Fälle und die Gemeinde könne diese Kosten kaum beeinflussen. Auch die Beiträge an den öffentlichen Verkehr würden für Ermatingen aufgrund der Bundesgesetzgebung deutlich teurer. Jedoch steige auch die Steuerkraft stetig im Untersee-Dorf. Mit knapp einer Viertelmillion Franken mehr Steuerertrag wird im kommenden Jahr gerechnet. Man hoffe durch die steigenden Steuereinnahmen könne sich auch die Abnahme des Eigenkapitals künftig zumindest teilweise abfedern lassen, erklärte Kasper. Im Budget 2016 ist auch eine Videoüberwachungsanlage für das Strandbad enthalten. So soll Vandalenakten vorgebeugt werden.

Radweg: Erster Teil im Frühling

Gemeinderat Hans-Ulrich Hug informierte über den Planungsstand beim Radweg. Ein erster Abschnitt im Bereich der Badi soll im Frühling gebaut werden, den dort anschliessenden Teil wolle man in den folgenden zwei Wintern realisieren. Für das Stück von der Tägerwiler Grenze bis Ermatingen sei momentan noch keine Prognose möglich. Es liefen Gespräche. Für die Sanierung der Stedi hat eine Jury drei Büros ausgewählt, welche nun eine Projektstudie ausarbeiten werden, informierte Gemeinderat Thomas Ribi.