Kaum Kritik am Vorstand

Die Genossenschafter des Alterszentrums Kreuzlingen haben dem neuen Projekt für die Sanierung des Altbaus zugestimmt. Dieses kostet 4,5 Millionen Franken mehr als das erste.

Nicole D'orazio
Merken
Drucken
Teilen

Der Vorstand der Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen kann aufatmen. Mit nur einer Gegenstimme bei drei Enthaltungen haben 60 Genossenschafter an der ausserordentlichen GV am Montag dem neuen Sanierungsprojekt für das Haus A West zugestimmt. Das kostet 20,5 Millionen Franken. 4,5 Millionen mehr als der erste Entwurf. Dieser musste überarbeitet werden, weil sich die Denkmalpflege gegen den Abbruch der markanten Treppe aussprach (unsere Zeitung berichtete).

Kritik von den Mitgliedern kam nur wenig. Einzig Arnold Baumann machte seinem Ärger Luft. Er rügte den Vorstand, rund 1,2 Millionen Franken in den Sand gesetzt zu haben. So viel kosteten die Architekten und Fachplaner für das erste Sanierungsprojekt. «Hätte der Vorstand früher auf einige Leute gehört, hätte man das Projekt eher stoppen können», sagte Baumann. «Zudem bin ich überrascht, dass das alles keine Konsequenzen hat.» Die Baukommission müsste ausgewechselt werden und die Verwaltung müsste nach Fehlern suchen. «Es geht zudem nicht, dass die 1,2 Millionen Franken einfach ins neue Projekt übernommen werden.» Diese gehörten über das Eigenkapital abgeschrieben. Denn blieben sie stehen, wäre eine Klage möglich, sagte Baumann. Er stellte deswegen den Antrag, die 1,2 Millionen Franken aus dem Betriebskonto zu bezahlen, was die Sanierung verbilligen würde. Er fand jedoch kein Gehör. 56 Genossenschafter stimmten gegen den Antrag, sieben enthielten sich.

Vorstand entschuldigt sich für Fehler

Urs Haubensak entschuldigte sich noch im Namen des ganzen Vorstandes für den Fehler, die Denkmalpflege nicht von Anfang an einbezogen zu haben. Man habe allerdings auch nicht damit gerechnet, dass sich diese einmischen würde, da das AZK-Gebäude nicht im Kataster aufgenommen war, sagte Präsident Carl Ruch. Auf einen Rechtsstreit habe man sich nicht einlassen wollen, weil dieser eine weitere Verzögerung um drei bis fünf Jahre nach sich gezogen hätte. «Und die Gewinnchancen wären unklar gewesen», sagte Ruch.

Emil Heeb wollte wissen, wie hoch der Zustupf der kantonalen Denkmalpflege ans Projekt sei. «Das ist nur ein kleiner Batzen. Rund 300 000 Franken», sagte Ruch. Eine Genossenschafterin wollte wissen, warum man die Balkone nicht schon beim ersten Projekt hindernisfrei geplant hatte und man diese nun als Mehrwert aufliste. «Wir hatten dem ersten Architekten die Vorgabe gegeben, dass die Kosten die ursprünglichen 16 Millionen Franken nicht überschreiten dürfen», antwortete Ruch. Irgendwo müsse man sparen.

Heinz Lanz fragte, warum beim ersten Projekt die Schadstoffsanierung nicht auch schon eingeplant worden sei. «Da wir nun im vierten Obergeschoss einen weiteren Ausbau planen, wollen wir beim Gefahrenpotenzial das Maximum machen. Deswegen sind nun 266 000 Franken mehr einkalkuliert», erklärte Marc Grosjean, der im Vorstand das Ressort Bau leitet. Neu sei auch, dass der Haupteingang am heutigen Standort verbleibe, da die Treppe nicht wegkomme, sagte er weiter. «Der Innenhof wird nun ebenfalls aufgewertet. Es gibt eine neue Pergola für eine Gartenwirtschaft. Diese grenzt die Einfahrt ab. Und auf der anderen Seite wird der Wintergarten vergrössert.»