Kaum Chancen für die Gegner

KREUZLINGEN. Die Mobilfunkgegner können den Bau von weiteren Antennen zwar verzögern, aber kaum verhindern. Dies wurde in einer Diskussionsrunde deutlich.

Deborah Berweger
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Fünf neue Mobilfunkantennen sollen in Kreuzlingen gebaut werden. Vier Baugesuche habe die Stadt bereits bewilligt, sagt Stadtrat Michael Dörflinger. Eines werde derzeit vom Kanton geprüft. Ob er schon einmal einem elektrosensiblen Menschen begegnet sei, wollte ein Kreuzlinger am Donnerstag von Manfred Speckert von der Sunrise Communications AG wissen. Dieser verneinte. Aber er glaube, dass die Leute aus Angst vor den elektrischen Strahlen, die von Mobilfunkantennen ausgehen, Gesundheitsprobleme bekommen könnten. Doch eigentlich sei das Thema Gesundheit nicht sein Business. «Wir müssen das Fernmeldegesetz erfüllen.»

Bei dieser Antwort ging ein Raunen durch das rund 70köpfige Publikum. Die Gesundheitsfrage wurde an der Informationsveranstaltung der vier Quartiervereine auch von Stadtrat Michael Dörflinger und dem Generalsekretär des Departements für Bau und Umwelt des Kantons Thurgau, Marco Sacchetti, beiseite geschoben. Sacchetti wies darauf hin, dass er sich als Jurist an das Recht halten muss. «Der Bund hat bestimmt, was recht ist.»

Dass man kaum etwas gegen den Bau von weiteren Antennen unternehmen könne, finde er bedenklich, sagte ein Einwohner. «Bestimmt sind Strahlen von Mobilfunkantennen schädlich.» Ein Mitglied der Interessengruppe (IG) Strahlenfreies Kreuzlingen hofft, «dass die Stadt wenigstens die Strahlungsgrenzwerte kontrollieren wird».

Die IG Strahlungsfreies Kreuzlingen werde weiterhin versuchen, den Antennenwildwuchs zu stoppen, sagte Mitglied Stefan Zbornik. Mit grösster Wahrscheinlichkeit erfolglos, meinte Michael Dörflinger.

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