Kaum Biberli in der Burg

MÄRSTETTEN. In der Kita Biberburg in Märstetten sind nur eine Handvoll Kinder angemeldet. Drei Monate nach der Eröffnung steht sie bereits wieder vor dem Aus. Die Verantwortlichen hoffen auf eine Wende.

Mario Testa
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Gruppenleiterin Priska Diener und Kita-Leiterin Doris Keck betreuen erst vier Kinder in der Kita Biberburg in Märstetten. (Bild: Werner Lenzin)

Gruppenleiterin Priska Diener und Kita-Leiterin Doris Keck betreuen erst vier Kinder in der Kita Biberburg in Märstetten. (Bild: Werner Lenzin)

Zwei Betreuerinnen für vier Kinder – ein Paradies für die Kleinen, ein wirtschaftliches Debakel für die Kita-Verantwortlichen. «Wenn die Zahlen im Verlauf des nächsten Quartals nicht besser werden, ist die Biberburg schon bald wieder Geschichte», sagt Ruth Würth, Präsidentin des Vereins Kita Biberburg. «Wir sind aber nach wie vor optimistisch, dass es bald aufwärtsgeht mit den Anmeldungen für die Kita.»

Der Bedarf wurde abgeklärt

Der Bedarf für eine Kita, wo bis zu zwölf Kinder pro Tag betreut werden können, sei gegeben, sagt Würth. «Wir haben im Vorfeld eine Bedarfsabklärung gemacht und die hat dies klar ergeben.» Es gebe nun aber verschiedene Probleme, die der Kita das Leben schwermachten. «Viele Eltern zögern, möchten zuerst einmal abwarten, wie sich die Kita entwickelt – von <Wartemer mol> können wir aber keine Löhne bezahlen», sagt Würth. Grundsätzlich verstehe sie diese Haltung. «Aber das Abwarten kann dazu führen, dass es bald gar keine Kita mehr gibt.» Dazu komme, dass einige Märstetter ihre Kinder nach Weinfelden in die Kita bringen oder zu einer privaten Spielgruppenleiterin in Märstetten, obwohl diese angekündigt hatte, im Frühling 2014 aufzuhören. «Deshalb ist die Kita Biberburg ja erst gegründet worden. Um weiterhin Kinderbetreuung im Dorf anzubieten – und jetzt macht sie doch weiter.»

Ruth Würth, Präsidentin Verein Kita Biberburg Märstetten. (Bild: pd)

Ruth Würth, Präsidentin Verein Kita Biberburg Märstetten. (Bild: pd)

Laut Werner Lenzin, der als Vertreter des Gemeinderats im Vorstand des Vereins Biberburg Einsitz nimmt, hätten Gespräche mit der Spielgruppenleiterin stattgefunden. «Leider haben die Gespräche nichts gebracht, und die Kita leidet zusätzlich unter der abwartenden Haltung der Eltern.» Die Politische Gemeinde bezahlt jährliche Beiträge, die Schulgemeinde stellt die Räume zur Verfügung, und Sponsoren zahlen Zuschüsse. Doch das Geld reicht ohne Elternbeiträge nicht aus. «Die Unterstützung der öffentlichen Körperschaften ist gross, auch die Kirch- und die Bürgergemeinde haben Unterstützung in Aussicht gestellt. Jetzt fehlt einzig noch das Vertrauen der Märstetter Eltern.»

Es fehlen 12 000 Franken

Bis Ende Jahr seien die Reserven der Biberburg aufgebraucht, sagt Lenzin. «Damit wir bis im Frühling weitermachen können, brauchen wir 12 000 Franken.» Er sei optimistisch, dass das Geld zusammenkomme, sagt Lenzin. «Im Gemeinderat ist die Unterstützung für die Kita angesichts des Bevölkerungswachstums in Märstetten gross – ich habe dazu eine Umfrage bei meinen Ratskollegen gemacht. Aber wenn sich die Zahlen nicht verbessern und die Biberburg schliesst, ist es das wohl für lange Zeit gewesen mit einem Kinderbetreuungsangebot in Märstetten.»