Katze von 40 Kugeln getroffen

ROMANSHORN. Schreckmoment für die Romanshorner Familie Nuzzo. Am Sonntagnachmittag schoss ein Unbekannter ihren Kater Tiago mit Schrot an. Er kam mit Verletzungen davon.

Luisa Gomringer
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Der angeschossene Kater Tiago erholt sich langsam. (Bild: pd)

Der angeschossene Kater Tiago erholt sich langsam. (Bild: pd)

Sie sassen in ihrem Garten im Hof-Quartier, als sie plötzlich einen Knall hörten. Anika und Dario Nuzzo ahnten nichts Böses. Bis sie ihren fünf Monate alten Kater Tiago sahen, der blutend zu ihnen humpelte.

Nach Röntgenbild war alles klar

«Wir sind, ohne gross nachzudenken, direkt ins Auto gestiegen und zur Tierklinik Lindenhof nach Bischofszell gefahren. Vom Auto aus haben wir unseren Besuch angekündigt», sagt Dario Nuzzo.

Die Romanshorner Familie ging davon aus, dass ihr Büsi angeschossen worden war. Die Röntgenbilder bestätigte den Verdacht. Auf ihnen waren 40 Schrotkugeln zu sehen, verteilt über den ganzen Körper von Tiago.

Sie operativ zu entfernen, war nicht möglich. Der Eingriff hätte mehr Schaden angerichtet als geholfen. So beliess man es bei einer Wundversorgung.

Glück im Unglück

Am Dienstagabend war Tiago wieder so weit fit, dass ihn seine Besitzer nach Hause holen konnten. «Es geht ihm den Umständen entsprechend gut», sagt Dario Nuzzo.

Der Kater hatte Glück im Unglück: Vermutlich war der Abstand des Schützen zu ihm so gross, dass die Durchschlagskraft der Schrotkugeln nicht besonders hoch war. Wäre Tiago näher gestanden, hätte ihn die Garbe schlimmer verletzen können.

Viele Fragen bleiben zurück

Die Familie hat sich mittlerweile wieder ein wenig beruhigt. Zurück bleiben aber viele Fragen. «Wir haben noch nie von einem ähnlichen Vorfall in der Umgebung gehört», sagt Dario Nuzzo. Wegen der Schwere des Deliktes wurde das Ehepaar von der Polizei aufgefordert, eine Aussage zu machen. Jetzt können die beiden bloss noch warten.

«Leider kann man nicht viel machen. Katzen, die die Möglichkeit haben rauszugehen, spazieren dahin, wo sie möchten», sagt Dario Nuzzo.

Sofort Polizei kontaktieren

Er rät den Katzenbesitzern in der Umgebung, vorsichtig zu sein und direkt mit der Polizei Kontakt aufzunehmen, falls sich etwas Ungewöhnliches ereignen sollte.

Für die Tierklinik Lindenhof war Tiago nicht die erste Katze, die sie mit Schussverletzungen versorgen musste. Es komme etwa einmal pro Jahr vor, sagt Tony Flury, Mitinhaber der Tierklinik. Auf ihrer Facebookseite macht die Klinik jetzt auf den Vorfall aufmerksam und warnt Katzenbesitzer in der Umgebung vor dem unbekannten Schützen.