Katholiken sagen Ja zu Bausteuer

ARBON. Die Kirchgemeindeversammlung hat am Sonntag für die Innenrenovation der Kirche St. Martin grünes Licht erteilt. 87 von 101 Stimmbürgern befürworteten den Kredit von 1,3 Millionen Franken und eine Bausteuer von drei Prozent.

Hedy Züger
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Die Kirche St. Martin: Die katholischen Stimmbürger haben der Innenrenovation ihres Gotteshauses klar zugestimmt. (Bild: Max Eichenberger)

Die Kirche St. Martin: Die katholischen Stimmbürger haben der Innenrenovation ihres Gotteshauses klar zugestimmt. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Vor 26 Jahren wurde in der Martinskirche die letzte Innenrenovation durchgeführt. Jetzt wäre es noch möglich, eine sanfte Überholung zu planen, Risse und Verschmutzung seien mit relativ kleinen Eingriffen zu beseitigen, signalisierte die Kirchenvorsteherschaft. Sie empfahl ausserdem, für eine bessere Lösung der Beleuchtung zu sorgen und bei der Orgel endlich die bisher fehlenden Register zu ergänzen.

Klare Zustimmung

Für die Innenrenovation in Höhe von 1,3 Millionen Franken konnte die Kirchgemeinde über einen längeren Zeitraum erhebliche Rücklagen von 1,1 Millionen bilden. Die Kirchgemeindeversammlung, die mit 101 Kirchbürgern gestern Sonntag gut besucht war, stimmte der Innenrenovation mit 87 von 101 Stimmen zu. Sie genehmigte auch das Budget 2013, das von einem Vorschlag von 80 000 Franken ausgeht.

Bausteuer von drei Prozent

In die Dringlichkeitsstufe rückt auch die Aussenrenovation der Martinskirche. Eine solche ist letztmals vor 50 Jahren durchgeführt worden und dürfte mit Aussengestaltung zwischen 2 und 2,7 Millionen Franken kosten. An eine Ausführung wird 2016 gedacht. Um dafür gewappnet zu sein, schlug die Kirchenbehörde ab 2013 eine Bausteuer von 3 Prozent vor, was einem Gesamtsteuerfuss von 21 Prozent entspricht. Die Bausteuer muss jedes Jahr von der Kirchgemeinde neu beschlossen werden. Dieser Finanzierung der Aussenrenovation widersprach der CVP-Vorstand. Er war zum Schluss gekommen, statt einem höheren Steuerfuss wäre ein Baukredit sinnvoller, weil dieser billig zu haben sei. Auch sollte die Amortisation der Aussenrenovation länger etappiert werden. Ihre Einwände brachten namens des CVP-Vorstandes Präsident Philipp Hofer sowie Mitglied Luzi Schmid vor. Hofer wies auf die Situation der Stadt und der Schulgemeinden hin. Die Stadt müsse wohl ihren Steuerfuss erhöhen. Da sei es wenig willkommen, wenn die Kirchgemeinde diesen ebenfalls anhebe.

«Nicht auf Pump»

Diesem Argument hielten Befürworter der Bausteuer entgegen, dass jede Gemeinde ihre eigene Aufgabe zu verantworten habe, auch Kirchen und Schulen, dies aber durchaus in Berücksichtigung des Gesamtwohls. Meinrad Graf schätzt die jährliche Überprüfung und Festlegung der Bausteuer. Ralph Zanoni meinte: «In diese Behörde darf man Vertrauen haben. Schuldenwirtschaft sei nicht die Art der Kirche. Der Steuerfuss werde wieder gesenkt, sobald der Geldbedarf zurückgehe. Markus Signer, im Zivilschutz für die Kulturgüter verantwortlich, wies auf die Bedeutung der historischen Substanz hin.

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