Karrieren nur im Ausland möglich

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Frauenfussball Einen Boom gab’s hierzulande, als Keira Knightley 2002 den Frauenfussball mit dem Film «Kick it like Beckham» auf die Kinoleinwand brachte. Es ist kein Zufall, dass in den Folgejahren erste internationale Erfolge des Schweizer Nationalteams einsetzten – zuerst im Nachwuchs, später bei den Aktiven. 2014 qualifizierte sich das Frauen-A-Team erstmals für die WM. Ein Meilenstein für den Schweizer Fussball. Einer, der die Frauen erstmals richtig in den medialen Fokus rückte.

Der Ligabetrieb steht derweil im Schatten des Nationalteams. Auch, weil die Zuschauer fehlen. Zwar bemüht sich der Schwei­zerische Fussballverband stark, dem Frauenfussball mehr Gewicht zu geben. Es besteht sogar ein offizieller Entwicklungsplan. Dennoch wird das Ganze noch hauptsächlich von Enthusiasten und Idealisten getragen.

Talentierte Schweizer Fussballerinnen wechseln deshalb schon früh ins Ausland, um Karriere zu machen. Der Nachhol­bedarf in den Vereinen ist gross. Doch darf man nicht vergessen, dass der Frauenfussball in der Schweiz noch immer in den Kinderschuhen steckt. Erst Anfang der 1970er-Jahre wurde die erste Frauenliga gegründet. Und für die Aufnahme in den Schweizerischen Fussballverband mussten die Frauen bis 1993 warten.

Matthias Hafen

matthias.hafen@thurgauerzeitung.ch