Karin Bétrisey tritt Nachfolge von Jürg Wiesli an

Die Grünliberale Partei des Bezirks Arbon wählte am Dienstagabend in Amriswil eine neue Präsidentin. Zudem stellte sich die ehemalige Kantonsrätin Marlies Näf-Hofmann als neues Mitglied vor und erläuterte ihre politischen Ziele.

Rita Kohn
Merken
Drucken
Teilen
Kantonsrat Jürg Wiesli.

Kantonsrat Jürg Wiesli.

AMRISWIL. Kantonsrat, Kantonalpräsident und Präsident der Bezirkspartei gleichzeitig sei zu viel, sagte Jürg Wiesli. Er erklärte an der ausserordentlichen Parteiversammlung der Grünliberalen des Bezirks Arbon seinen Rücktritt als Bezirkspräsident.

Die Bezirkspartei bleibt allerdings nicht ohne Führung. Karin Bétrisey aus Kesswil stellte sich als Präsidentin zur Verfügung und wurde von der Versammlung auch einstimmig gewählt. Die neue GLP-Präsidentin sagte nach der Wahl: «Ich will keine One-Women-Show machen. Mir ist es wichtig, dass das Vorstandsteam funktioniert.»

Versierte Raumplanerin

Mit ihrer Präsidentin haben die Grünliberalen des Bezirks Arbon auch gleich eine versierte Raumplanerin zur Hand. Karin Bétrisey ist Kulturingenieurin mit Geometer-Patent und arbeitet als Projektleiterin für ein grosses Raumplanungsbüro in Zürich.

Nach Kesswil kam die im Kanton Aargau aufgewachsene Parteipräsidentin vor rund dreieinhalb Jahren. Schon nach kurzer Zeit kandidierte sie als Gemeindeammann, unterlag bei den Wahlen jedoch einem alteingesessenen Bewerber. Nach den Wahlen sprach Jürg Wiesli Karin Bétrisey auf ihre Parteizugehörigkeit an und lud sie zu den Grünliberalen ein. Seit rund eineinhalb Jahren ist Bétrisey nun Mitglied der GLP.

Mit 85 jüngstes Mitglied

Die ausserordentliche Parteiversammlung nahm auch Marlies Näf-Hofmann zum Anlass, sich näher vorzustellen. Sie sei wohl das jüngste Mitglied der GLP Bezirk Arbon, sagte die Politikerin mit einem Lächeln und meinte auf ihr Alter bezogen kokett: «Man sieht es mir zwar nicht an.» Tatsächlich hat die 85jährige Marlies Näf-Hofmann erst vor kurzem nach 50 Jahren Parteizugehörigkeit die SVP verlassen und sich der GLP angeschlossen.

Wie schon in ihrer Zeit als Kantonsrätin möchte die aktive Polit-Seniorin verschiedene Themenbereiche – allem voran die Palliative Care – pflegen. Ihr würde aber auch das Pflegekinderwesen am Herzen liegen. «Pflegekinder sind die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft», sagte sie.

Auf derselben Linie

Mit ihren politischen Zielen liegt die Arbonerin auf derselben Linie wie die Grünliberale Partei. Es sei ihr deshalb auch nicht schwer gefallen, hier ihre neue politische Heimat zu finden. «In den letzten Jahren musste ich immer deutlicher erkennen, dass ich mich von der Linie der SVP entfernt habe – oder die SVP sich von mir.»

Bereits jetzt sind im politischen Alltag der GLP erste Spuren von Marlies Näf-Hofmann zu erkennen. Am 27. August findet in Amriswil ein Informationsabend zu den Themen Palliative Care und Patientenverfügung statt. Und am 3. Dezember wird es in Arbon ein kontradiktorisches Podium unter der Leitung von David Angst, Redaktionsleiter der Thurgauer Zeitung, zum Thema Sterbehilfe geben.

Abschliessend diskutierten die GLP-Mitglieder und einige Sympathisanten rege und kontrovers über die BTS/OLS-Abstimmungsvorlage.

Präsidentin Karin Bétrisey. (Bilder: Rita Kohn)

Präsidentin Karin Bétrisey. (Bilder: Rita Kohn)