Kanton sorgt für ruhigen Schlaf

ROMANSHORN. Das Tiefbauamt geht die Sanierung der übermässig von Lärm betroffenen Liegenschaften entlang den Kantonsstrassen in Romanshorn an. In den nächsten Jahren werden rund 1000 Schallschutzfenster eingebaut.

Markus Schoch
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Bahnhofstrasse: Der Kanton schützt die Anwohner vor dem Verkehrslärm. (Bild: Markus Schoch)

Bahnhofstrasse: Der Kanton schützt die Anwohner vor dem Verkehrslärm. (Bild: Markus Schoch)

Bis Ende Woche lagen die Pläne für die Bahnhofstrasse auf, im Laufe des nächsten Jahres macht der Kanton publik, was er an der Arboner- beziehungsweise Kreuzlingerstrasse vorhat. Ivo Spalinger, Projektleiter Lärmschutz im kantonalen Tiefbauamt, wird auch dort die Lärmbelastung in jedem einzelnen Haus errechnen und dann festlegen, wie sie gegebenenfalls reduziert werden kann.

Schon einen Schritt weiter ist der Kanton an der Amriswilerstrasse. Dort haben die betroffenen Liegenschaftenbesitzer bereits eine Verfügung des Kantons im Haus. Sie haben jetzt drei Jahre Zeit, die angeordneten Massnahmen umzusetzen.

Handlungsbedarf besteht für den Kanton aufgrund der gesetzlichen und schweizweit geltenden Weisungen dort, wo der Geräuschpegel einen Wert von 70 Dezibel am Tag beziehungsweise 65 Dezibel in der Nacht überschreitet. Der Spitzenwert an den Kantonsstrassen in Romanshorn beträgt 73 Dezibel. Das tönt nach wenig, wenn man es mit dem Lärm vergleicht, den ein Presslufthammer verursacht (110 Dezibel). Tatsächlich ist eine Überschreitung von 3 Dezibel aber viel. «Das entspricht der Verdoppelung des Verkehrs», sagt Spalinger.

Über 100 Gebäude betroffen

Spalinger geht davon aus, dass in den nächsten Jahren an 108 Gebäuden entlang der Kantonsstrassen in Romanshorn rund 1000 Schallschutzfenster eingebaut werden. Da und dort würden auch beispielsweise Rolladenkästen besser gedämmt. Der Bau von Lärmschutzwänden komme aufgrund der Verhältnisse nicht in Frage, sagt Spalinger.

Widerstand gegen die Sanierungsentscheide des Kantons gebe es selten. Höchstens einmal Klärungsbedarf wegen der Denkmalpflege, die auch ein Wort mit rede und beispielsweise Fenster mit einem Holz- statt Plastikrahmen verlange. Differenzen könnten aber meist in einem Gespräch vor Ort ausgeräumt werden. «Die Denkmalpflege arbeitet lösungsorientiert», sagt Spalinger.

Dass es im Normalfall keine Konflikte gibt, hat damit zu tun, dass den Liegenschaftenbesitzern bei der Lärmsanierung keine Kosten entstehen, ihre Wohnqualität aber besser wird.

Kanton übernimmt Kosten

Der Kanton erstattet ihnen die Auslagen vollumfänglich zurück. Allerdings gibt er keinen Blankoscheck. Das Tiefbauamt erteile aufgrund von Offerten eine Kostengutsprache, betont Spalinger. Sind die Arbeiten abgeschlossen, gibt das Tiefbauamt die in Aussicht gestellten Gelder frei. Stichprobenartig kontrolliert es zudem nachträglich, ob die Schallschutzmassnahmen den gewünschten Effekt haben. «Wenn das nicht der Fall ist, muss nachgebessert werden», sagt Spalinger.

Er rechnet in den nächsten Jahren mit Kosten für die Lärmsanierung in Romanshorn von insgesamt rund 2,3 Millionen Franken. Etwa 15 Prozent davon übernimmt der Bund, der dafür Mineralölsteuer-Gelder verwendet.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Kanton für mehr Ruhe in den Stuben und Schlafzimmern entlang der Kantonsstrassen in Romanshorn sorgt. 1999 wurden auf seine Anordnung hin bereits 34 Gebäude saniert.

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