Kanton macht es spannend

ROMANSHORN. Das Massivlagerhaus in Romanshorn steht im Vordergrund als neuer Standort für das Historische Museum des Kantons. Doch so einfach ist die Sache nicht.

Markus Schoch
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Blick auf das Massivlagerhaus direkt am Romanshorner Hafen bei der Fähre-Anlegestelle. (Bild: Markus Schoch)

Blick auf das Massivlagerhaus direkt am Romanshorner Hafen bei der Fähre-Anlegestelle. (Bild: Markus Schoch)

Die Abklärungen brauchen Zeit, viel Zeit. Seit über einem Jahr ist bekannt, dass der Kanton das Massivlagerhaus am Romanshorner Hafen am ehesten als neuen Standort für das Historische Museum des Kantons Thurgau sieht. Eine Machbarkeitsstudie sollte bis Ende des letzten Jahres vorliegen. Entschieden ist aber immer noch nichts. Dass alles so lange dauert, hat auch mit dem Schloss Frauenfeld zu tun. Dort sind heute die Ausstellungsräume des Historischen Museums.

Was passiert mit dem Schloss?

Die Frage ist: Wie nutzt der Kanton als Besitzer des geschichtsträchtigen Gemäuers die freiwerdenden Zimmer, wenn das Museum nach Romanshorn zügelt? Eine vom Kanton eingesetzte Arbeitsgruppe hatte den Auftrag, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Der entsprechende Bericht liess auf sich warten. «Es gab aufgrund der Komplexität der Abklärungen eine leichte Verzögerung», sagt Paul Roth. Der Generalsekretär im Departement für Erziehung und Kultur ist Gesamtleiter des Projektes.

Mittlerweile liegen alle Entscheidungsgrundlagen vor. «Die Entscheidungsfindung ist aber noch im Gang», sagt Roth. Bis wann mit einem Ergebnis gerechnet werden kann, ist offen. «Die Sache ist noch nicht spruchreif.» Roth will sich auch nicht dazu äussern, was wäre, wenn es für das Schloss Frauenfeld keine geeignete Alternative zum Museumsbetrieb geben sollte. «Im Moment ist alles offen.» Der Kanton Thurgau ist 1948 über einen Schenkungsvertrag Eigentümer des Schlosses geworden. Er verpflichtete sich damals dazu, es nicht zu veräussern oder einem Zweck zuzuführen, der den Charakter des Gebäudes verändern würde. «Damit bleibt ein Freiraum für die künftige Nutzung offen», sagt Roth.

Oberthurgau will das Museum

Die Stadt- und Gemeindeammänner im Oberthurgau würden es sehr begrüssen, wenn das Historische Museum nach Romanshorn käme. Vor genau einem Jahr verliehen sie diesem Wunsch mit einer Resolution an die Adresse der zuständigen Stellen in Frauenfeld Ausdruck.

Über den aktuellen Stand der Diskussionen seien sie nicht im Bild, sagt Amriswils Stadtammann Martin Salvisberg, der Vizepräsident der Regionalplanungsgruppe Oberthurgau. «Wir wissen nichts.»

Paul Roth Generalsekretär im Departement für Erziehung und Kultur (Bild: Nana do Carmo)

Paul Roth Generalsekretär im Departement für Erziehung und Kultur (Bild: Nana do Carmo)

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