Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Kampf um die Hafenzone

ROMANSHORN. Der Gemeinderat und die Mehrheit der Lokalparteien sprechen sich gegen eine Umzonung des Güterschuppenareals in Romanshorn aus. Die Initianten der IG Hafen nehmen zu den Gegenargumenten Stellung.
Valentin Schneeberger
Güterschuppenareal: Was damit geschieht, entscheidet sich am 24. Oktober. (Archivbild: dwa)

Güterschuppenareal: Was damit geschieht, entscheidet sich am 24. Oktober. (Archivbild: dwa)

ROMANSHORN. Der Abstimmungskampf um die Umzonung des Güterschuppenareals geht in die Endphase. Am 24. Oktober entscheiden die Einwohner von Romanshorn über die Zukunft der Parzelle am Hafenbecken. Nachdem sich der Gemeinderat klar gegen die Initiative der Interessengemeinschaft (IG) Hafen ausgesprochen hat, sind in den letzten Tagen auch die Lokalparteien der CVP, SP und FDP zum Schluss gekommen, das Begehren abzulehnen. Für die Initianten ist das klare Nein zur Umzonung sowohl vom Gemeinderat als auch von den Parteien unverständlich.

Kein Kontakt mit Parteien

Lediglich das Grüne Forum Romanshorn hat sich dazu entschieden, auf eine Stimmempfehlung zu verzichten. Martin Dempfle, Präsident der IG Hafen, zeigt sich erstaunt. «Von den Gegnern der Initiative ist nie jemand auf uns zugekommen, um sich unseren Standpunkt anzuhören», sagt er. Die Initianten erhoffen sich, durch die Umzonung des Güterschuppenareals den Bau von Wohnblöcken am Hafen verhindern zu können. Denn ist das Areal einmal einer neuen Hafenzone zugeteilt, wären dort Bauvorhaben von mehr als sieben Metern Höhe nicht mehr zulässig. Laut einer vor kurzem veröffentlichten Medienmitteilung wünschen die Initianten am Hafenbecken stattdessen «eine massvolle Bebauung mit vorwiegend touristischer Ausrichtung». Dazu zählen ihrer Meinung nach auch Hotel- und Restaurantbetriebe.

Schutz vor Überbauung

Genau hier sehen die Gegner der Initiative das Problem. Laut deren Argumentation werde die Parzelle an bester Lage mit einer Umzonung unattraktiv für zukünftige Investoren. Durch die Einschränkung der Baumöglichkeiten seien keine wirtschaftlich rentablen Projekte an diesem Ort mehr möglich. Dem widerspricht die IG Hafen: «Die neuen Bauvorschriften lassen ein Bauvolumen von etwa 20 000 Kubikmeter zu, mit einer Gebäudehöhe von sieben Metern und einer Firsthöhe von 10,5 Metern.

Das ist mehr, als die alten Güterschuppen es je gewesen sind», sagt Martin Dempfle. Deren Bauvolumen habe nämlich nur 12 000 Kubikmeter betragen. Die Anpassung der Bauvorschriften soll in Zukunft lediglich als Schutz vor grösseren Überbauungen dienen.

Keine Enteignung

In ihren jeweiligen Stellungnahmen gehen sowohl der Gemeinderat als auch die Parteien davon aus, dass die Umzonung des Güterschuppenareals einer materiellen Entwertung gleichkommt. Sie befürchten deshalb, dass mit erheblichen finanziellen Abgeltungsforderungen seitens der SBB gerechnet werden muss. Die Schweizerischen Bundesbahnen sind die Besitzer des Areals. Auch diese Bedenken sind laut der IG Hafen nicht gerechtfertigt. Die Interessengruppe hat diese Frage juristisch abklären lassen und ist zu einem anderen Schluss gekommen. «Gemäss Bundesgerichtsentscheiden ist eine Abzonung keine Enteignung und kann auch nicht zu Regressforderungen führen», erklärt Martin Dempfle.

Die letzte Möglichkeit

Für die IG Hafen ist klar: Sollte ihre Initiative nicht angenommen werden, sind die geplanten fünf Wohnblöcke der HRS mit oder ohne Hotel eine beschlossene Sache. Sie sehen in der Umzonung die letzte Möglichkeit, dieses Grossprojekt zu verhindern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.