Kammerorchester: Hohe Ansprüche

Kompositionen von Mozart und Co. standen auf dem Programm des Kammerorchesters Amriswil. Begeisternd vor allem die beiden Solistinnen Arianne Zech (Flöte) und Vroni Dünner (Violine).

Erwin Schönenberger
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Solistin Vroni Dünner ist auch Konzertmeisterin des Kammerorchesters Amriswil. (Bild: Erwin Schönenberger)

Solistin Vroni Dünner ist auch Konzertmeisterin des Kammerorchesters Amriswil. (Bild: Erwin Schönenberger)

Recht gut besucht war das Konzert des Kammerorchesters Amriswil vom Sonntagabend in der katholischen Kirche. Den Besuchern wurde ein Programm geboten, das eine schöne musikalische Einheit bildete.

Solistinnen der Extraklasse

Mit der Flötistin Arianne Zech und der Violinistin Vroni Dünner spielen im Kammerorchester Amriswil zwei Musikerinnen mit, die von Ausbildung und Tätigkeit her prädestiniert sind, auch solistisch aufzutreten. Die Professionalität wurde denn auch bei beiden Soli sicht- und hörbar.

Das Concerto G-Dur für Flöte und Orchester von Carl Stamitz wurde von Arianne Zech brillant und gefühlvoll interpretiert, begleitet vom subtil spielenden Orchester unter der bewährten Leitung von Hanspeter Gmür. Es war ein Genuss, den Flötenklängen, die eine fast überschäumende Fröhlichkeit ausstrahlten, zu folgen. Perfektes technisches Können, gepaart mit viel Musikalität, liess dieses mozartähnliche Werk zum ungetrübten Ohrenschmaus werden.

Und dann staunte man nicht schlecht, als die Solistin nach ihrem Auftritt ihre Flöte beiseite legte und zur Viola griff, die sie im Orchester spielt. Nicht einfach hatte es die Violinsolistin Vroni Dünner, spielte sie doch die oft gehörte Romanze in F-Dur für Violine und Orchester von Ludwig van Beethoven. Auswendig spielend, verlieh sie dem bekannten Werk aber eine Interpretation, die restlos überzeugte und von viel Gefühl geprägt war.

Der tosende Applaus belohnte die beiden Solistinnen und natürlich auch das Orchester für die genussvollen Klänge.

Mozart in ganzer Bandbreite

Wahrscheinlich hatte Wolfgang Amadeus Mozart seine Serenade in D-Dur im August 1779 für den Studienabschluss der Philosophiestudenten in Salzburg komponiert. Das umfangreiche Werk sollte dabei wohl auch zeigen, wie vielfältig und abwechslungsreich die Kompositionskunst Mozarts sein kann.

Die aus vielen Sätzen bestehende Komposition stellt denn auch an ein Orchester, das aus Amateuren und Berufsmusikern besteht, höchste Ansprüche. Unter der engagierten Leitung von Hanspeter Gmür wagte sich das Kammerorchester an diese grosse Aufgabe und bewältigte sie, abgesehen von minimen Unstimmigkeiten im rhythmischen Zusammenspiel, mit Bravour.

Das grandiose Werk zeigte die Qualität des Kammerorchesters Amriswil, was vom Publikum mit langem Applaus bekundet wurde.

Das Kammerorchester führt dieses Programm noch zweimal auf, und zwar am Samstag, 3. Juli, 20.30 Uhr, im Kreuzgarten der Kartause Ittingen, und am Sonntag, 22. August, 17 Uhr, in der Klosterkirche St. Katharinental in Diessenhofen.