Kaffeepause

Weihnachtsfest mit Lampenfieber Vor der Mitternachtsmesse an Heiligabend bin ich schon ein bisschen nervös. An einem solchen Tag gehen doch wesentlich mehr Leute in die Kirche als sonst, und die Ministrantinnen und Ministranten erhalten noch zusätzliche Aufgaben.

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Caroline Kohlbrenner (14) Ministrantin in der Sulger Pfarrei St. Peter und Paul. (Bild: st)

Caroline Kohlbrenner (14) Ministrantin in der Sulger Pfarrei St. Peter und Paul. (Bild: st)

Weihnachtsfest mit Lampenfieber

Vor der Mitternachtsmesse an Heiligabend bin ich schon ein bisschen nervös. An einem solchen Tag gehen doch wesentlich mehr Leute in die Kirche als sonst, und die Ministrantinnen und Ministranten erhalten noch zusätzliche Aufgaben. So tragen sie etwa Leuchter und ein Weihrauchfass. Am Vormittag wird der Ablauf noch speziell geprobt. Vor gewöhnlichen Gottesdiensten ist das nicht nötig. An hohen Feiertagen kommen nicht nur zwei oder vier von uns zum Einsatz, sondern zehn oder zwölf. Da ist es wichtig, dass alle genau wissen, wo sie beim Einzug durchgehen müssen und wo während der Messe ihr Platz ist.

Ich bin seit vier Jahren dabei. Den Wunsch, Ministrantin zu werden, verspürte ich aber schon viel früher. Er stammt aus der Zeit, als mein Vater für die Ausbildung zuständig war und ich dabei oft zusah. Voraussetzung ist, dass man katholisch ist. Auch Zuverlässigkeit wird von uns verlangt. Es gibt einen Einsatzplan, der halbjährlich festgelegt wird. Als Ministrantin muss ich bereit sein, sonntags auch mal früher aufzustehen. Da wir eine Gruppe von 40 Kindern und Jugendlichen sind und wir uns abwechseln, kommt das aber nicht allzu oft vor. Ich habe zudem den Vorteil, gleich neben der Kirche zu wohnen.

Im Gegensatz zu anderen Pfarreien tragen die Ministrantinnen und Ministranten in Sulgen kein Kreuz um den Hals. Das crèmefarbene Gewand, das wir anhaben, ist schlicht und bequem. Mir gefällt es. Weil ich noch wachse, musste ich es bereits einige Male wechseln. Ministrantin bin ich nach wie vor gerne. Ich lerne dadurch Gleichaltrige aus der Region kennen und verbringe mit ihnen auch einen Teil der Freizeit. Ich kann mir im Moment allerdings nicht vorstellen, auch einmal einen Beruf auszuüben, der mit Religion zu tun hat. Notiert: st