Junges Leben in der Provinz

Leuchtturm

Merken
Drucken
Teilen

Die Ostschweiz gilt als ­Provinz der Schweiz. Ihr wird vieles nachgesagt, oft von Leuten, die den Landesteil flüchtig bis gar nicht kennen. Die Klischees reichen von schlechten Verkehrsanbindungen über monotone Tagesabläufe bis hin zu fehlendem Nacht­leben. Einige Medien bezeichnen den Landesteil als Altersheim des Landes.

Doch die Ostschweiz ist anders, als viele denken, und verändert sich zunehmend. Man vergisst, dass Agglomerationen im Wandel sind, genau wie die Gesellschaft. Als Begleiterscheinung verstehe ich die Globalisierung. Natürlich werden auch Veränderungen zutage treten, die nicht in jedermanns Sinne sind. Dann braucht es Kompromisse ­zwischen den Generationen. Ich erachte es als legitim, ­Bedenken gegenüber der jungen Generation zu äussern.

Als junger Autor bin ich mir bewusst, dass Veränderungen mein Leben und das meiner Kinder prägen, ja sogar bestimmen können. Wenn wir Jüngeren abends am Seeufer sitzen und uns unterhalten, spüre ich viel Optimismus. Und wo man ­optimistisch ist, herrscht auch die bedingungslose Bereitschaft, sich für die Zukunft und die ­Region einzusetzen. Schlussendlich stellt sich die Frage: Welches Erbe werden wir in der Ostschweiz, in Romanshorn ­antreten und auf welchem Funda­ment dürfen wir aufbauen … Und sollte die Zukunft für das junge Leben in der Provinz eine Herausforderung sein: nicht den Kopf in den Sand stecken. Denn an Herausforderungen wächst man bekanntlich.

Sabir Semsi