Junger Strassenbauer im Rampenlicht

Für eine nationale Werbekampagne stand Cyrill Schenk vor der Kamera. Er möchte Jüngeren zeigen, dass sein Beruf attraktiv und vielseitig ist.

Sabrina Bächi
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Regisseur Michael Burtscher lichtet Cyrill Schenk für die nationale Werbekampagne ab. Bild: Sabrina Bächi

Regisseur Michael Burtscher lichtet Cyrill Schenk für die nationale Werbekampagne ab. Bild: Sabrina Bächi

«Wo muss ich hinschauen?» Cyrill Schenk ist es nicht gewohnt lange still zu stehen und wie ein Fotomodell zu posieren. Lieber arbeitet er auf der Baustelle an der Bahnhofstrasse in Wigoltingen. Der Weinfelder ist im zweiten Lehrjahr zum Strassenbauer mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis und einer von vier jungen Männern, die von der Firma Infra Suisse porträtiert werden, um Schülern den Beruf des Bauarbeiters schmackhaft zu machen.

«Als ich angefragt wurde, bei dieser Werbekampagne mitzumachen, habe ich sofort zugesagt», sagt Schenk, «ich möchte zeigen, was für einen tollen Beruf ich lerne und dass es grossen Spass macht.» Cyrill Schenk hat die Sekundarschule in der höchsten Stufe E abgeschlossen, sich aber bewusst gegen eine Lehre entschieden, in der er im Büro sitzen muss. «Ich bin viel draussen, das gefällt mir sehr», sagt der junge Strassenbauer. Für die nationale Werbekampagne werden verschiedene kleine Clips gedreht und auch viel fotografiert. Regisseur Michael Burtscher will mit etwas aussergewöhnlichen Methoden die Aufmerksamkeit seines etwa zwölfjährigen Zielpublikums erreichen. «Wir haben kein Drehbuch, sondern nur eine Ideenskizze. Ich entscheide je nach Baustelle, welche Idee umgesetzt wird», sagt er. «Mit klassischer Werbung erreichen wir die Jungen schlecht», sagt Viviane Stehrenberger, Leiterin Kommunikation der Infra Suisse, «wir müssen ihr Hirn, Herz und ihr Handy erreichen.» Cyrill Schenk will die Werbekampagne nicht nur dazu nutzen, die positiven Seiten seines Berufes zu zeigen, sondern auch um Vorurteile zu bekämpfen. «Es gibt gute Weiterbildungsmöglichkeiten, wir verdienen gut und wir können mehr als nur schaufeln», sagt er.