Junge wissen, was sie wollen

Der erste Jugendmitwirkungstag in Weinfelden war ein Erfolg. In drei Gruppen haben die Jugendlichen, begleitet von Erwachsenen, Projekte ausgearbeitet, die sie nun weiterverfolgen.

Mario Testa
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Roger Märkli Projektleiter «Jugend mit Wirkung» (Bild: pf)

Roger Märkli Projektleiter «Jugend mit Wirkung» (Bild: pf)

WEINFELDEN. Die engagierte Weinfelder Jugend hat grosse Pläne. Sie will einen Platz, auf dem sie sich ungestört aufhalten kann, ein Büro, in dem sie ungestört arbeiten kann und sie will American Football spielen. Diese drei Projekte haben die Weinfelder Jugendlichen im Rahmen des Projekts «Weinfelden mit Wirkung» am ersten Jugendmitwirkungstag zur Weiterverfolgung auserkoren. «Spannend war, dass die Jugendlichen den Tag ganz allein moderiert und gemanagt haben», sagt Mario Kradolfer, Leiter der Infostelle Jugend in Weinfelden. Der erste Mitwirkungstag wurde von einem siebenköpfigen Organisationskomitee, bestehend aus engagierten Jugendlichen, vorbereitet. «Sie machen einen Prozess durch und lernen mitzudenken und zu entscheiden.»

Workshops mit 20 Personen

Ganz unter sich waren die Jugendlichen am ersten Jugendmitwirkungstag mit rund 20 Personen am Samstag vor einer Woche nicht. Erwachsene begleiten sie mit ihren Projekten, und Fachexperten wie zwei Vertreter des American Football Clubs der St. Galler Bears gaben wichtige Inputs weiter.

Betreut wird das anfänglich auf drei Jahre beschränkte Projekt in Weinfelden von Roger Märkli, Leiter der Organisation «Jugend mit Wirkung». Er hat auch in anderen Gemeinden schon solche Projekte begleitet und verteilt der Weinfelder Jugend gute Noten. «Die Jugendlichen haben eine hohe Kompetenz an den Tag gelegt. Ich habe gemerkt, dass die Jugendlichen gewöhnt sind, sich einzubringen und innovativ zu sein – dank dem Schülerrat oder der Betriebsgruppe im Jugendwerk beispielsweise», sagt Märkli. Bei Mitwirkungsprozessen wie diesem in Weinfelden achte er darauf, dass die Betreuung seinerseits mit jedem Treffen kleiner ausfalle, um die Eigenständigkeit der Jugendlichen zu fördern.

Beliebt: Freiräume und Sport

Die drei formulierten Ideen seien auf die lokalen Bedürfnisse der Jugendlichen bezogen, sagt Märkli. Gewisse Themengebiete treffe er jedoch immer wieder an, auch in anderen Gemeinden. «Sport kommt sehr häufig vor, auch das Bedürfnis nach Räumen oder Plätzen für Jugendliche.»

Ein Manko hat Märkli bei «Weinfelden mit Wirkung» ausgemacht. «Das Verständnis der Erwachsenen, weshalb es sie bei diesem Projekt überhaupt braucht, kann noch grösser werden», sagt er. Die Erwachsenen sollen zwar nicht treibende Kraft sein, aber bei der Umsetzung der Projekte mit ihrem Netzwerk und ihren Erfahrungen den Jugendlichen zur Seite stehen.