Junge Streicher verzaubern

Das Jugendorchester Oberthurgau hat in seinem zweiten Saisonkonzert vollauf überzeugt. Fast schon frenetisch gefeiert wurde Cello-Solist Ilia Andrianov.

Alois Degenhardt
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Die Herzen des Publikums erobert: Cello-Solist Ilia Andrianov. (Bild: Alois Degenhardt)

Die Herzen des Publikums erobert: Cello-Solist Ilia Andrianov. (Bild: Alois Degenhardt)

Geliebt und gleichzeitig ein wenig gefürchtet waren in der Vergangenheit die Auftritte des Jugendorchesters Oberthurgau mit ihrem Gründer-Dirigenten Martin Sigrist. Er widmete sich konsequent der zeitgenössischen Musik und formte aus Streicherinnen und Streichern im Jugendalter einen Klangkörper von überragendem Ruf.

Mehr Publikumsnähe

Unter seinem neuen Dirigenten Gabriel Estarellas Pascual präsentiert das Orchester zurzeit ein Programm, welches auch den interessierten Laien in fast überschwengliche Begeisterung geraten lässt.

Die Serenade in e-Moll des Spätromantikers Edward Elgar klang harmonisch vertraut in den Ohren und leitete über zu einem Rondo von Luigi Boccerini mit einem ersten Auftritt des Cello-Solisten Ilia Andrianov. Dieser meisterte seinen Part gemeinsam mit dem Orchester fehlerfrei und eroberte bereits zu diesem Zeitpunkt die Herzen des Publikums im Sturm.

Ungetrübter Hörgenuss

Souverän meisterte der Dirigent mit seinem Orchester die fünf Stücke für Streichorchester von Béla Bartók, der als Vorreiter der Moderne nie zur Avantgarde zählte und auch dem weniger geschulten Ohr ungetrübten Hörgenuss vermittelt. «From Jewish Life», eine Komposition des Schweiz-Amerikaners mit jüdischer Abstammung Ernest Bloch, liess die Zuhörerinnen und Zuhörer den Einfluss jüdischer Liturgie und Volksmusik spüren.

Atemberaubend gerieten die Variationen auf einer Saite des Teufelsgeigers Paganini sowohl dem Orchester als auch dem Solo-Cellisten, der spontan vom Romanshorner Publikum gefeiert wurde. Zurück in die klassische Moderne führte abschliessend die «Musica Serena» von Ferenc Farkas. (de.)

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