Jugendlichen droht die Schuldenfalle

Der Schuldenberater Ernst Zwicker gab in einem Vortrag Tips, wie Jugendliche nicht in die Schuldenfalle stürzen.

Werner Lenzin
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Knapp bei Kasse: Jugendliche neigen dazu, ihr Budget zu überreizen. (Symbolbild: ky)

Knapp bei Kasse: Jugendliche neigen dazu, ihr Budget zu überreizen. (Symbolbild: ky)

Märstetten. Teure Anschaffungen wie Autos und Elektronikgeräte und nicht selten auch der kostspielige Ausgang können dazu führen, dass sich Jugendliche verschulden. Oftmals beginnt die Schuldenfalle mit dem Lehrlingslohn oder dem ersten Job. «Oft überschätzen die Jugendlichen den Lohn und benützen die Gelegenheit, kreditkartenwürdig zu sein», stellt Ernst Zwicker fest. Was können Eltern und Erziehungsberechtigte tun, damit Jugendliche vor einer Verschuldung bewahrt werden?

500 Franken Schulden pro Kopf

Die 12- bis 18-Jährigen geben laut Zwicker jährlich 600 Millionen Franken aus, die Schulden betragen 500 Franken pro Person und jeder vierte Jugendliche und junge Erwachsene gibt mehr Geld aus, als er einnimmt. 17 Prozent davon weisen ein süchtiges Kaufverhalten auf. «Wir wollen jetzt leben, für uns ist alles erhältlich, Warten ist out oder Nehmen vor Geben», so lauten etwa die Aussprüche, und es besteht ein Spagat zwischen Vernunft und Versuchung.

Über 90 Prozent der 12- bis 19-Jährigen sind im Besitz eines eigenen Handys, und in diesem Zusammenhang warnt Zwicker vor Handyabzockern durch die unüberlegte Herausgabe der eigenen Nummer und vor einer Antwort, wenn es beispielsweise heisst: «Jemand, den du kennst, möchte dir etwas Wichtiges sagen. Ruf einfach an.» Nur zu oft kosten solche Rückrufe sehr viel Geld.

Budget mit Fixbeträgen

Ernst Zwicker empfiehlt klar: Prepaid-Karte, Sperrung teurer Rufnummern, monatliche Maximalbeträge, kontrollierte Verwendung oder gar kein Handy. Der Schuldenberater nannte folgende wichtige Punkte, damit Jugendliche nicht in die Schuldenfalle geraten: Erstellen eines Budgets mit den monatlichen Fixbeträgen, bestimmen der monatlichen Beiträge für Kleider, Freizeit und Hobbies. Zudem empfahl Zwicker, die Überzugslimite des Bankkontos auf Null zu setzen, die Vor- und Nachteile der Handy-Abos zu prüfen (www.comparis.ch) und am Grundsatz «zuerst sparen, dann kaufen» festzuhalten.

Eltern empfahl Zwicker, das Familienbudget transparent zu machen, Grenzen zu setzen und diese zu kontrollieren und für Minderjährige ein Konto zu eröffnen. Weitere Infos: www.budget beratung.ch.