Jubelgesang erfüllte die Kirche

Der Kirchenchor Affeltrangen feierte sein 60jähriges Bestehen mit der Aufführung der «Toggenburger Messe». Die Besucher spendeten stehend Beifall.

Rudolf Steiner
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Der Kirchenchor Affeltrangen während des Jubiläumskonzertes. (Bild: Rudolf Steiner)

Der Kirchenchor Affeltrangen während des Jubiläumskonzertes. (Bild: Rudolf Steiner)

AFFELTRANGEN. Sie sei ziemlich im Ungewissen, wie viele Besucher und Besucherinnen zur Aufführung von «Juchzed und singed!» in die katholische Kirche in Tobel kommen werden, sagte Helene Bachmann am Sonntagmittag etwas verunsichert. Helene Bachmann ist seit fünf Jahren Präsidentin des Evangelischen Kirchenchors Affeltrangen, der dieses Jahr sein 60jähriges Bestehen feiert. Sorgen machten der Präsidentin an diesem Sonntagnachmittag das prächtige Herbstwetter und der ungewohnte Konzertbeginn um fünf Uhr. Ihre Bedenken erwiesen sich dann allerdings schon lange vor Konzertbeginn als unbegründet.

Zwei Gründerinnen im Chor

Denn schon früh strömten die Besucher und Besucherinnen, darunter ganze Familien, aus allen Himmelsrichtungen in die oberhalb der Komturei thronende Kirche in Tobel, so dass schon eine Viertelstunde vor dem Beginn des Jubiläumskonzerts in der 400 Plätze fassenden Kirche kaum mehr ein freier Platz zu finden war.

Die durch die Fenster auf der Westseite der Kirche einfallenden Strahlen tauchten einen Teil des 33köpfigen Chors, unter ihnen drei Gastsängerinnen und drei Gastsänger, in ein gleissendes Sonnenlicht und erzeugten in der Kirche eine geradezu mystische Stimmung. Auf der extra aufgebauten Bühne waren mit der 88jährigen Mina Kesselring und der 77jährigen Heidi Lerch auch noch zwei Sängerinnen dabei, die vor 60 Jahren den Kirchenchor gegründet hatten.

Auf der Wunschliste

Schon länger stand die Toggenburger Messe auf der Wunschliste des Chors. Jetzt kam sie zur Aufführung. Den Auftakt machte «Mensche, wo im Finschtere wohnet, gsehnd e grosses Liecht», gefolgt vom Kyrie eleison, dem Gloria und «Gott Lob und Dank». Getragen von grossem inneren Feuer erklangen das «Kyrie», das «Sanctus», das «Agnus Dei». Mächtig erklangen die Worte in der Kirche, stiegen empor. Für den Erfolg der Aufführung unter Dirigent Kurt Künzler brauchte es aber nicht nur den jubilierenden Chor. Mitgewirkt haben Romeo Brenn und Andrea Friedmann, Violine, Rahel Müller und Brigitte Pfister, Klarinette, Rahel Leumann und Hans Peter Schenker, Cello, und Urs Bösiger am Hackbrett. Am Schluss stand praktisch das gesamte Publikum in der Kirche und spendete begeistert eine Standing Ovation. Und bekam als Dank nochmals das begeisternde «Sanctus» zu hören.