Josef Mattle: «Eine Stadt ist kein Unternehmen»

Richard Nägeli und Josef Mattle schenkten sich nichts an einer Podiumsdiskussion über die Revision des kantonalen Steuergesetzes. Dazu eingeladen hatte die Interpartei Bischofszell.

Hugo Berger
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BISCHOFSZELL. Unter der Leitung von Karin Kobler fochten der Bischofszeller Stadtammann Josef Mattle (CVP) und Kantonsrat Richard Nägeli (FDP) im Restaurant Eisenbahn über weite Strecken mit den bekannten Argumenten. Während Nägeli die Flat Rate Tax aus der Sicht des Unternehmers betrachtete, beurteilte sie Mattle in seiner Funktion als Stadtoberhaupt. Dies zeigte sich vor allem in der Frage der Finanzierbarkeit eines einheitlichen Steuersatzes.

Für Nägeli sind die Steuerausfälle, die bei einem Ja der Stimmberechtigten am 27. September zu erwarten wären, verkraftbar. Dies gelte auch für die Stadt Bischofszell, denn unter dem Spardruck werde man effizienter. «Das ist wie in der Wirtschaft; da muss man sich auch ständig den Umständen anpassen», so der Unternehmer aus Frauenfeld. Eine Stadt sei kein Unternehmen, konterte Mattle. «Du kannst Mitarbeiter entlassen, aber ich kann Leute, die in Not sind, nicht in die Wüste schicken.

» Mit Einsparungen in der Kultur, im Sport oder bei den Zuschüssen an Vereine sei der Ausfall jedenfalls nicht wettzumachen, gab Mattle zu bedenken. Stossend sei vor allem, dass die Abstimmung über die Revision des kantonalen Steuergesetzes in ein Gesamtpaket geschnürt worden sei.

Nägeli betonte, dass ein einheitlicher Steuersatz den Thurgau konkurrenzfähiger machen würde.

Den Einwand eines Votanten, die Flat Rate Tax sei unsozial, konterte er mit einem Sprichwort: «Es nützt den Armen nichts, wenn man die Reichen tötet.»

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