Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Jetzt wartet das Wohnmobil

Nach über 25 Jahren als Leiter des Kreuzlinger Werkhofs hatte Werner Stiefel gestern seinen letzten Arbeitstag. Zusammen mit seiner Frau geht der 62-Jährige nun auf Reisen. Als Erstes zieht es sie nach Nordamerika.
Nicole D'orazio
Werner Stiefel hat auf dem «Thron» ein Selfie gemacht. (Bild: pd)

Werner Stiefel hat auf dem «Thron» ein Selfie gemacht. (Bild: pd)

KREUZLINGEN. Dass seine Arbeitskollegen etwas aushecken, hat er sich schon gedacht. Denn im Werkhof steht seit ein paar Jahren ein Thron, auf dem städtische Mitarbeiter, die in Pension gehen, durch die Stadt kutschiert werden. «Sie haben mich trotzdem erwischt. Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass sie an meinem letzten Arbeitstag morgens bei mir vor der Haustüre stehen», erzählt Werner Stiefel, bis gestern Leiter des Werkhofs Kreuzlingen. «Da ich aber immer schon gegen 6.30 Uhr im Werkhof war, war das wohl schwierig.» Am Mittwoch vor einer Woche seien seine Mitarbeiter plötzlich nach dem Mittag mit dem Thron vor seiner Tür gestanden und er wurde durch die Stadt chauffiert. «Ich habe die Fahrt genossen.»

Stiefel hat sich mit 62 frühpensionieren lassen. «Das war ein bewusster Entscheid von mir und meiner Frau Esther. Wir möchten jetzt auf Reisen gehen und unsere Pension geniessen.» Demnächst durchqueren sie mit ihrem Wohnmobil die USA und Kanada. «Wir sind ungefähr ein halbes Jahr weg.» Stiefel freut sich auf sein Rentnerleben. «Man muss sich nur frühzeitig damit auseinandersetzen.»

Lieber draussen als im Büro

Stiefel ist 1990 Leiter des Werkhofs Kreuzlingen geworden. «Ich war zuvor im Strassenbau tätig», sagt der eidgenössisch diplomierte Tiefbau-Polier. «Mir hat die Arbeit im Werkhof immer sehr gut gefallen. Von meinen Vorgesetzten wurde mir freie Hand gelassen, was ich sehr geschätzt habe.» Er habe gern selber mit angepackt, sei nicht so der Bürotiger. Wenn er mal wieder auf einer Maschine habe sitzen können, habe er das genossen, sagt er und lacht. Als einen seiner schönsten Arbeitstage hat er einen schneereichen Tag vor vielen Jahren in Erinnerung. «In der Stadt sind damals etwa 40 Zentimeter Schnee gefallen, im Mellgenten etwa 60. Ich war den ganzen Tag mit dem Traktor unterwegs und habe Schnee gepflügt. Das war herrlich.»

Stiefel hat 22 Mitarbeiter angeleitet, darunter auch immer wieder Lehrlinge. «Vor 20 Jahren wurde die Anlehre Werkhofmitarbeiter ins Leben gerufen», erinnert er sich. «Ich fand das eine super Sache. So konnten wir vielen Jugendlichen, die in der Schule nicht so stark waren, eine Ausbildung ermöglichen.» Meistens habe man alle zwei Jahre einen Neuen angestellt. Es habe ihn sehr gefreut zu sehen, was die jungen Männer aus sich gemacht hätten. «Schade, wurde die Anlehre abgeschafft.»

Guten Nachfolger gefunden

Den Werkhof verlässt Stiefel mit einem guten Gefühl. «Mit Stanimir Simikic haben sie einen tollen Nachfolger gefunden. Das kommt gut.» Und sollte es mal eine dringende Frage geben, sei er ja nicht aus der Welt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.