Jetzt sind die Richter unter sich

Das Kreuzlinger Bezirksgericht ist umgezogen: Weg vom Hauptzoll und hinein in die ehemaligen Räumlichkeiten der Pädagogischen Hochschule an der Nationalstrasse. Gerichtspräsident Urs Haubensak gefällt die Ruhe in den hellen Räumen.

Cathrin Michael
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Der neue Gerichtssaal ist einsatzbereit: Urs Haubensak, Präsident des Bezirksgerichts Kreuzlingen, freut sich auf spannende Fälle. (Bilder: Donato Caspari)

Der neue Gerichtssaal ist einsatzbereit: Urs Haubensak, Präsident des Bezirksgerichts Kreuzlingen, freut sich auf spannende Fälle. (Bilder: Donato Caspari)

kreuzlingen. Das Bezirksgericht Kreuzlingen ist seit Beginn des Jahres in den ehemaligen Räumlichkeiten der Pädagogischen Hochschule an der Nationalstrasse 19 untergebracht. Grund für den Umzug waren gesamtschweizerische Justizreformen: Das Bezirksamt wurde in eine Staatsanwaltschaft umgewandelt, welche neu die gesamte Strafverfolgung vereint. Das Personal wurde aufgestockt und für das Gericht wurde es eng in den gemeinsamen Büros an der Hauptstrasse beim Zoll. Ende 2012 steht für das Bezirksgericht ein erneuter Umzug in den Neubau Gardencity an.

Doch im Provisorium an der Nationalstrasse lässt es sich gut arbeiten, findet der neue Gerichtspräsident Urs Haubensak. «Hier ist es viel ruhiger und heller», erfreut er sich an den schönen Räumen.

Beim Kaffee um Rat fragen

An der neuen Adresse arbeiten auch Vizepräsidentin Ruth Faller Graf, Berufsrichter Thomas Pleuler (zusammen haben die drei Berufsrichter 260 Stellenprozente), vier nebenamtliche Richter, die stundenweise eingesetzt werden,

Gerichtsweibelin Karin Blum, drei Gerichtsschreiberinnen, das Sekretariat und drei Praktikanten.

Neu ist das Bezirksgericht nicht mehr über zwei Stockwerke verteilt. «So trifft man ab und zu einen Kollegen an der Stehbar beim Kaffee und kann ihn um Rat fragen», sieht Haubensak die Vorteile der neuen Raumplanung.

Im Gerichtssaal stehen die alten Möbel des vorherigen Saals. Nur das Gemälde hinter dem Richterpult ist neu. «Als Sport treibende Strichmännli», beschreibt Haubensak das Kunstwerk. «Leider habe ich viel zu wenig Zeit für meine Hobbies Joggen und Lesen», bedauert er.

Archiv noch leer wegen Schaden

Das Archiv im Untergeschoss steht noch leer. Am Morgen des Umzugs letztes Jahr wurde Haubensak aus dem Bett geklingelt: Ein Rohrbruch hatte das ganze Gebäude unter Wasser gesetzt. Zum Glück wurden die Akten noch nicht gezügelt.

Zum Teil liegen sie noch an der Hauptstrasse und die neuesten Akten fanden bis zur vollständigen Sanierung im Obergeschoss ihren Platz.

Gerichtsweibelin Karin Blum.

Gerichtsweibelin Karin Blum.

Das leere Archiv noch ohne Akten.

Das leere Archiv noch ohne Akten.