Jetzt parkieren sie halt weiter weg

Die Gemeinde Weinfelden und das Berufsbildungszentrum haben Massnahmen ergriffen, um das Wildparkieren und den Suchverkehr der Lernenden zu unterbinden. Diese finden neue Wege, um die Parkgebühren zu umgehen.

Mario Testa
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Benedikt Eberle Leiter Abteilung Planung und Verkehr, Tiefbauamt Thurgau (Archivbild: Mario Testa)

Benedikt Eberle Leiter Abteilung Planung und Verkehr, Tiefbauamt Thurgau (Archivbild: Mario Testa)

WEINFELDEN. Autofahrer fanden gestern nachmittag gut noch freie Parkfelder rund ums Berufsbildungszentrum (BBZ). Es blieben einige frei. Mit ein Grund sind die Parkgebühren, die die Gemeinde im Sommer 2012 eingeführt hat. Dazu gibt es im Quartier beim BBZ blaue Zonen, in denen wegen der Zeitlimite die Lernenden oder Pendler nicht den ganzen Tag parkieren können. «Zuvor war die Situation für die Anwohner im Quartier nicht mehr haltbar. Vor allem der allmorgendliche Suchverkehr war gross», sagt Benedikt Eberle vom Tiefbauamt Thurgau.

Ein Projekt der Regierung

2009 gab der Regierungsrat dem kantonalen Tiefbauamt das Projekt «Parkierungssituation beim Beruflichen Bildungszentrum Weinfelden» in Auftrag. Vergangenes Jahr wurde es abgeschlossen. Im Verlauf dieser fünf Jahre hatten anfänglich das BBZ, später die Gemeinde und die SBB die Bewirtschaftung der Parkplätze umgesetzt und einheitliche Tarife eingeführt. Acht Franken kostet das Parkieren für einen ganzen Tag.

Bei vielen Berufsschülern ist der Ärger über die Parkplatzbewirtschaftung gross. Zu den hohen Gebühren kämen Parkuhren, die gelegentlich nicht funktionierten. Einige suchen deshalb neue Schlupflöcher, um günstiger oder gratis zu parkieren (siehe «Wörtlich»).

Druck auf Aussenquartiere steigt

«Für die Bewohner des Quartiers beim BBZ hat sich die Situation dank der Parkgebühren gebessert. Grundsätzlich ist die jetzige Regelung eine sehr gute Lösung», sagt Benedikt Eberle. «Wir stellen aber fest, dass einige Lernende ihre Autos nun in entfernteren Quartieren oder bei den Parkplätzen der Einkaufszentren im Westen abstellen.»

Diese Erfahrung macht auch Martin Belz, Leiter des Bauamts Weinfelden, der an der Grundlagenarbeit des Projekts beteiligt war. «Der Druck auf die Aussenquartiere nimmt seit der Einführung der Parkgebühren eher zu. Das ist meine Einschätzung als Bauverwalter.»

Neben allen weissen Parkfeldern rund um das Berufsbildungszentrum Weinfelden stehen Parkuhren. Acht Franken kostet das Abstellen des Autos für einen ganzen Tag. (Bild: Mario Testa)

Neben allen weissen Parkfeldern rund um das Berufsbildungszentrum Weinfelden stehen Parkuhren. Acht Franken kostet das Abstellen des Autos für einen ganzen Tag. (Bild: Mario Testa)