Jetzt kann gebaut werden

KREUZLINGEN. Im Rahmen des Agglomerationsprogramms investiert der Bund rund 5 Millionen Franken in die Region Kreuzlingen-Konstanz. Es ist der Minimalansatz. Die Verantwortlichen sind dennoch halbwegs zufrieden.

Martina Eggenberger Lenz
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Die Romanshornerstrasse in Kreuzlingen soll aufgewertet werden. Dafür gibt es Bundesgelder. (Bild: Reto Martin)

Die Romanshornerstrasse in Kreuzlingen soll aufgewertet werden. Dafür gibt es Bundesgelder. (Bild: Reto Martin)

KREUZLINGEN. «Mehr kann es immer sein – aber es ist besser als nichts», sagt Tägerwilens Gemeindeammann Markus Thalmann zu den nun definitiven Beteiligungszahlen des Bundes. Thalmann ist Präsident des Vereins Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz. Insgesamt 5,3 Millionen Franken stellt der Bund der Region für verschiedene Projekte im Zeitraum 2015 bis 2018 zur Verfügung.

Das entspricht einer Mitfinanzierungsrate von 35 Prozent. Der Nutzen des Agglomerationsprogramms, das die Region ausgearbeitet hat, wird als relativ gering beurteilt. Und wegen des eher tiefen Kosten-Nutzen-Verhältnisses gibt es auch nicht mehr Geld.

Geschäftsstelle soll koordinieren

Markus Thalmann wertet es als Erfolg, dass das Agglomerationsprogramm überhaupt Beiträge bekommt. Und: «Wir haben nun eine gute Grundlage, um das Agglomerationsprogramm der nächsten Generation auszuarbeiten.» Der Planer-Auftrag hierfür sei bereits erteilt. Ausserdem halte die Region dank der getanen Arbeit endlich eine «bewusste, langjährige und grenzüberschreitende» Planung in den Händen. Zur Umsetzung der Massnahmen will der Verein auch eine befristete Geschäftsstelle schaffen, die koordiniert und die Projekte vorantreibt.

Wenn das Parlament die Botschaft verabschiedet habe, liege es an den einzelnen Gemeinden, die unterstützen Projekte voranzutreiben. Thalmann selbst kann nur für sich sprechen. Aus seiner Gemeinde haben es Radwege in die Mitfinanzierung geschafft. Die will Thalmann möglichst bald bauen. Projekte, die von den Bundesbeiträgen profitieren sollen, müssen bis Ende 2018 Bau- und Finanzreife erreichen.

Noch nichts in der Pipeline

Der Kreuzlinger Stadtammann Andreas Netzle betont, dass man alle vorgeschlagenen Massnahmen als sinnvoll erachte. Die Bundesbeiträge für einzelne Projekte seien «schön». Sie seien aber nicht matchentscheidend. Im Rahmen des Budgetierungsprozesses 2015 werde man eine Gesamtschau machen. Kreuzlingen hätte mit dem Bushof am Bärenplatz, der vom Volk im Februar abgelehnt wurde, das erste Agglo-Programm-Projekt in der Pipeline gehabt. Was nun als nächstes kommt, kann Netzle noch nicht sagen.

Im Vergleich zur Vorprüfung haben es zwei Projekte neu in die A-Liste des Bundes geschafft: der Scheidweg-Kreisel in Scherzingen sowie eine Fussgängerpasserelle von der Bahnhaltestelle zum Kantonsspital Münsterlingen. Für das Kreiselprojekt haben sich Vereinsvertreter in Bern mit Erfolg eingesetzt.