Jetzt jubiliert sie wieder

Die Orgel in der katholischen Kirche St. Stefan in Amriswil bekommt einen verbesserten Klang. Beim jährlichen Unterhalt hat Orgelbauer Thomas Gaida etliche Pfeifen neu eingestellt. Ausserdem tauschte er viele Kleinteile aus.

Rita Kohn
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Defekte Membranen müssen durch neue ersetzt werden.

Defekte Membranen müssen durch neue ersetzt werden.

AMRISWIL. Das Innenleben der Orgel von St. Stefan ist nicht so, wie es sein sollte. Kaputte Membranen, zerschlissene Abdeckungen und verstaubte Orgelpfeifen haben dem aus den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammenden Instrument zugesetzt. Organist Thomas Haubrich weiss um die Schwachstellen der Orgel. «Da schleicht sich beim Spielen immer mal wieder ein Piepslaut ein», sagt er.

Nach und nach werden diese unschönen Laute aus der Musik in St. Stefan verschwinden. Denn seit ein paar Jahren tauscht der Orgelbauer Thomas Gaida aus dem Saarland längst verschlissene Kleinteile gegen neue aus und dichtet mit neuem Papier ab. Es wird noch einige Jahre dauern, bis die ganze Orgel mit neuen Verschleissteilen versehen ist. «Der Austausch muss mit dem normalen jährlichen Unterhalt erfolgen», erklärt Thomas Haubrich.

Andere Prioritäten gesetzt

Der Zustand der Membranen wirft die Frage auf, weshalb diese nicht bereits 2004 ausgetauscht worden waren, als die Orgel für viel Geld generalsaniert wurde. «Damals wurden aber diese Arbeiten zugunsten anderer Wünsche zurückgestellt», bedauert Thomas Haubrich. Tatsächlich hätten diese Arbeiten im Zuge einer Generalsanierung erledigt werden müssen.

Weil jetzt die Pfeifen nicht nur gereinigt und mit neuen Membranen und neuem Abdeckpapier versehen, sondern durch den Orgelbauer Thomas Gaida auch nachjustiert werden, bekommen sie einen leicht anderen Klang. Darauf freut sich der Organist von St. Stefan. «Sie klingen nachher weicher, romantischer.» Er ist froh, mit Thomas Gaida einen Fachmann zur Seite zu haben, dem die Revision alter Orgeln ein besonderes Anliegen ist. «Wir haben dieselbe Vorstellung vom Klang einer guten Orgel», sagt Thomas Haubrich.

Viel herausgeholt

Der Amriswiler Organist hatte seine Stelle im Jahr 2004 angetreten, unmittelbar nach der grossen Orgelrevision. Seither hat sich das Instrument aber nochmals deutlich verändert. «Als ich hier angefangen habe, war die Orgel etwas träge.» Weil das nicht nur ihm, sondern auch anderen Organisten, die als Gäste auf dem Instrument spielten, aufgefallen war, bat er Thomas Gaida, sich der Sache anzunehmen. Er wusste, dass der Saarländer der Richtige war, um mit der schwierigen Technik aus den 30er-Jahren zu arbeiten.

Tatsächlich hat der Fachmann nicht nur für die notwendige Geschwindigkeit gesorgt, sondern auch dem Klang mehr Volumen gegeben. Das wird sich in den nächsten Jahren noch weiter verstärken.

Orgelbauer Thomas Gaida reicht dem Amriswiler Organisten Thomas Haubrich eine hölzerne Orgelpfeife. (Bilder: Rita Kohn)

Orgelbauer Thomas Gaida reicht dem Amriswiler Organisten Thomas Haubrich eine hölzerne Orgelpfeife. (Bilder: Rita Kohn)