Jetzt ist Amriswil wieder clean

Im Rahmen des Clean-Up-Days sind die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Egelmoos herumliegendem Müll zu Leibe gerückt. Neben Papierfetzen, PET- und Glasflaschen haben sie sogar einen ausgedienten WC-Deckel gefunden.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
Drucken
Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Egelmoos haben ihre Säcke mit herumliegendem Müll gefüllt. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule Egelmoos haben ihre Säcke mit herumliegendem Müll gefüllt. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

AMRISWIL. Ausgerüstet mit Plastiksäcken und Handschuhen ziehen sie los, die rund 240 Schülerinnen und Schüler sowie deren 20 Lehrpersonen der Sekundarschule Egelmoos. Ziel ist es an diesem Freitagvormittag, Amriswil und die naheliegende Umgebung zu säubern und den weggeworfenen Abfall einzusammeln. «Litter ist Englisch und heisst Abfall. Littering bedeutet also das achtlose Wegwerfen von Abfall», erklärt Schulleiter Bernhard Windler.

In Kleingruppen auf Müllsuche

«Wir beginnen mit dem Einsammeln des Mülls beim Denner-Kreisel», gibt Sekundarlehrer Hanspeter Klein die Anweisung. Doch zuvor wird seine 17köpfige Schulklasse in fünf Gruppen eingeteilt. Danach machen sich die Kleingruppen auf den Weg entlang der Staatsstrasse. Die Schüler sollen für die Litteringproblematik sensibilisiert werden und zudem auch Sozialkompetenz im Team lernen, erhofft sich der Sekundarlehrer vom heutigen Vormittag.

«Dort liegen Zigarettenstummel», ruft Barbara Dos Santos. «Die findet man überall», doppelt Bettina Frei nach. Die beiden Sekundarschülerinnen stellen fest, dass es besonders viele Zigarettenstummel sind, die man findet. «Vielleicht sollten mehr öffentliche Aschenbecher aufgestellt werden, um das Litteringproblem mit den Zigarettenstummeln anzugehen», meinen die Schülerinnen, die sich an der Sammelaktion beteiligen.

PET und Schokoladenpapier

Nicht nur Zigarettenstummel werden am heutigen Clean-Up-Day gefunden. Auch leere PET-Flaschen, Red-Bull-Dosen und Schokoladepapier landen nach kurzer Zeit in den mitgebrachten Plastiksäcken. «Am meisten Abfall findet man in den Wiesen und im Gebüsch», sagt der Sekundarschüler Ricardo Pereira und bemerkt, dass man diesen dort halt weniger sieht als am Strassenrand.

«Er ist eine gute Sache, der Clean-Up-Day. Die Stadt soll sauber gehalten werden. Es macht mir deshalb auch nichts aus, dem Güsel zu Leibe zu rücken», sagt Lea Leutwyler. Die Sekundarschülerin erzählt, dass sie bereits in der Unterstufe auf die Littering-Problematik aufmerksam gemacht wurde. Die Lehrerin erzählte, dass die Abfallsünder die freilebenden Tiere gefährden würden. So könne ein Tier durch liegengebliebenen Unrat sogar ersticken. Anika Arslan, die seit Beginn des Schuljahres im Egelmoos tätig ist, freut sich darüber, dass die Schüler die Sache ernst nehmen und sich so pflichtbewusst einsetzen. «Es ist nicht selbstverständlich, dass Jugendliche in diesem Alter diese uncoole Arbeit auf sich nehmen und den liegengebliebenen Abfall der anderen ohne Murren aufheben», sagt die Sekundarlehrerin.

Die Ausbeute kann sich am Ende der Sammelaktion sehen lassen. Nebst Papierfetzen, unzähligen Dosen, PET- sowie Glasflaschen und anderem Müll liegen sogar ein WC-Deckel und Eisenstangen auf dem gesammelten Abfallhaufen. Amriswil und die naheliegende Umgebung scheinen nach dieser Putzaktion sauber zu sein. «Ich hoffe, dass es wenigstens bis am Abend so bleibt», sagt die Sekundarschülerin Michelle Herzig.

Problematik erkannt

Als Wertschätzung für das Putzen werden die Jugendlichen mit einem Znüni von der Thurgauer Kantonalbank Amriswil belohnt. Schulleiter Bernhard Windler freut sich über das Ergebnis der Putz- und Sammelaktion. Er stellt fest, dass es immer weniger Abfallsünder gibt. «Die Leute haben wohl die Litteringproblematik erkannt und schmeissen weniger unüberlegt Güsel weg als früher.»