Jetzt Amriswil statt Arbon

Eine Schwimmsporthalle für den Winterbetrieb im Schwimmbad ist weit entrückt. Im Fokus hat die Genossenschaft Hallenbad jetzt eine Beteiligung an einem regionalen Hallenbad in Amriswil.

Max Eichenberger
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Eine mobile Überdeckung des 50-Meter-Schwimmbeckens im Winter ist in die Ferne gerückt.

Eine mobile Überdeckung des 50-Meter-Schwimmbeckens im Winter ist in die Ferne gerückt.

Bei der Genossenschaft Hallenbad Arbon (GHA), ausgestattet mit einem Kapital von über 300 000 Franken, blickt man am 4. Dezember nach Amriswil. Wenn die Gemeindeversammlung mit dem Budget 2009 eine weitere Tranche von 50 000 Franken für einen Projektwettbewerb für ein Hallenbad spricht, würde die GHA ein regionales Vorhaben in Amriswil unterstützen. Ein solches Engagement könnte sich Hanspeter Belloni, Präsident der Genossenschaft, gut vorstellen.

Zu grosse Hindernisse

Denn in Arbon ist die Planung einer Schwimmsporthalle in eine Sackgasse geraten. Eine Überdeckung des 50-Meter-Beckens für den Winterbetrieb wäre zwar technisch machbar, wie Abklärungen ergeben haben. Neben finanziellen Klippen hat sich ein Hauptproblem herauskristallisiert. Die Vorgabe, das Wasser mit erneuerbarer Energie zu beheizen, lässt sich nicht erfüllen. Und ohnehin sei das Interesse der Stadt lau gewesen. «In einem Sportstättenkonzept war eine Schwimm-sporthalle nie Thema. Alles will jetzt die Dreifachturnhalle.»

Kein Wärmeverbund in Sicht

Ursprünglich dachte man an die Abwärme der Iveco Motorenforschung, um das mobil über-dachte Becken zu beheizen. Doch wegen technischer Neuerungen kann die Firma Strom für eigene Bedürfnisse gewinnen. Selbst für die Beheizung des Schwimmbades im Sommer reicht sie knapp. Laut Belloni gibt es – bei tendenziell schwindenden Liefervolumen – Lücken, weil Iveco unregelmässig liefert. «Wir hatten während der diesjährigen Badesaison Aussetzer und entsprechend kühles Wasser in den Bassins.»

Ein Wärmeverbund sei nicht in Sicht, wo man sich einklinken könnte, bedauern Belloni und seine Mitstreiter. Hier vermisst er die Initiative der Stadt, die ihrem Label «Energiestadt» nur bedingt gerecht werde. «Aus meiner Sicht fehlt ein Energiekonzept.» Dabei böten sich Möglichkeiten, weil in Schwimmbadnähe gebaut wird und die private Schöfliwies-Bauherrschaft Erdwärme nutze. Belloni: «Wir haben immer gesagt, wir könnten nur Bezüger von Energie sein, nicht selber Produzent.»

Nur den Saal realisiert

So kommt die Idee Traglufthalle in Arbon nicht vom Fleck – und sie wird wohl platzen wie vor 25 Jahren die Hallenschwimmbad-Träume. Ein Gestaltungsplanentwurf sah 1978 im Seeparkareal neben dem – einzig realisierten – Saal ein Hallenschwimmbad und eine Kunsteisbahn vor. Jetzt könnte in Amriswil ein Hallenbad auf Wege kommen – und Unterstützung bei der Arboner Genossenschaft finden. GHA-Vertreter haben Einsitz in der Projektgruppe.

«Die Genossenschaft hat einen alten Auftrag und Kapital – und wir die Verantwortung, das, was die Gründer anstrebten, zu realisieren, allenfalls in einer Mitbeteiligungsform anderswo», mausert sich Belloni zu einem Verfechter einer regionalen Lösung mit Zweckverband-Charakter. Amriswil habe dafür wohl die besten Karten. Schule machen könnte, was das Trägerschaftsmodell anbelangt, das Eissportzentrum Oberthurgau in Romanshorn. Hier werden die Weichen Richtung Zweckverband gestellt.

Etwas herausschlagen versuchen

Wenn die Amriswiler den Be-trag für einen Projektwettbewerb sprechen, dann sollte sich die ganze Region Oberthurgau dahinter stellen, meint Belloni. Die Genossenschaft werde versuchen, mit ihrem Kapital «Einfluss zu nehmen und für Arbon etwas herauszuschlagen». Und in Arbon, wo sie Rutschbahn und Schattensegel finanziert hat, werde man sich dem Thema Schwimmbad-Beheizung annehmen. «Sonst verliert das Bad an Attraktivität.»

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