Jesse Ritch ist der CD-Götti

Der Chor Amazonas aus Steinebrunn feiert im September sein 20-Jahr-Jubiläum mit einer CD-Taufe und einer Tournée zusammen mit Jesse Ritch. Maja Beck-Bänziger, die Leiterin des Chors, ist gespannt.

Luisa Gomringer
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Maja Beck-Bänziger, Leiterin des Chors Amazonas. (Bild: pd)

Maja Beck-Bänziger, Leiterin des Chors Amazonas. (Bild: pd)

Frau Beck-Bänziger, wie schafft man es, ein solches Projekt 20 Jahre lang erfolgreich zu führen?

Maja Beck: Es war bei der Gründung nie mein Ziel, den Chor 20 Jahre lang zu erhalten. Ich bin selbst erstaunt, doch ich habe einfach immer nach vorne geschaut und bin optimistisch geblieben. Abwechslung, Veränderung und Herausforderungen spielen dabei eine grosse Rolle, auch für mich selbst als Leiterin.

Hatten Sie zeitweise Probleme, neue Mitglieder zu finden?

Beck: Es gibt Zeiten, da steigt die Anzahl der Mitglieder extrem an, und in anderen Zeiten hören viele wegen privaten Gründen auf. Dennoch haben wir drei Mitglieder, die seit 20 Jahren dabei sind, was mich sehr freut. Viele Kinder wechseln dann im entsprechenden Alter zu den Erwachsenen, und so verspüren wir eigentlich nie einen grossen Mitgliederverlust. Man merkt jedoch auch bei uns, dass Singen eher eine Leidenschaft der Frauen ist. Unsere coolen männlichen Sänger freuen sich deshalb immer über jungen Bass- oder Tenorzuwachs.

Maja Beck-Bänziger, Leiterin des Chors Amazonas. (Bild: pd)

Maja Beck-Bänziger, Leiterin des Chors Amazonas. (Bild: pd)

Es ist bestimmt nicht immer ganz einfach, die verschiedenen Generationen unter einen Hut zu bringen.

Beck: Man muss es sich wie eine grosse Familie vorstellen. Wir haben 7- bis 65-Jährige, die zusammen auf der Bühne auftreten. Da verspürt man eher einen Vorbildcharakter als einen Generationskonflikt. Auch wenn Grossmutter, Mutter und Kind gemeinsam proben, klappt alles.

Nebenbei machen wir viel für die Harmonie zwischen den Mitgliedern. Wir gehen zusammen essen, machen hie und da Ausflüge oder organisieren ein Lager. Auch Probe-Weekends finden momentan statt, da wir fleissig für die Konzerttournée im September proben.

Wie lange proben Sie schon für die Konzerttournée?

Beck: Das Organisationskomitee plant bereits seit zwei Jahren unsere Konzerttournée mit dem Projektbudget von über 200 000 Franken, und geprobt wird seit eineinhalb Jahren. Die Proben laufen sehr gut, und ich bin begeistert von der Leistung meiner Sänger und Sängerinnen. Das Einzige, was gestört hat und sehr schade war, ist, dass ein paar Mitglieder in dieser Zeit abgesprungen sind, da es ihnen zu viel wurde.

Sie konnten als CD-Götti den von «Deutschland sucht den Superstar» bekannten Jesse Ritch für sich gewinnen. Wie kamen Sie gerade auf ihn?

Beck: Ich habe ihn das erste Mal live an der «Seat music session» im November 2014 gesehen. Mir gefiel seine tolle Soulstimme, und so habe ich ihn angefragt. Jesse Ritch war früher selbst auch in einem Chor und war deshalb sofort bereit, unsere CD an der Premiere zu taufen. Er wird bei allen fünf Auftritten mit uns auf der Bühne stehen. Und auf der CD wurde auch ein Lied zusammen mit Jesse Ritch aufgenommen.

In welcher Auflage wird die neue CD erscheinen?

Beck: Wir werden 1000 Exemplare herstellen lassen und sie an unseren fünf Aufführungen verkaufen. Nebenbei verkaufen wir auch noch unsere frühere CD. Wir überlegen zusätzlich, ob wir noch einige Lieder von uns im iTunes anbieten sollen.

Wie geht es nach dem 20-Jahr-Jubiläum mit dem Chor Amazonas weiter?

Beck: Eigentlich weiss ich nie genau, wie es nach einem Projekt weitergeht. Ich schaue, welche Türen sich öffnen, aber konkrete Pläne gibt es noch nicht. Natürlich werden wir auch diesen November wieder das Kinder- und Light-Night-Konzert durchführen und im Dezember am Adventskonzert in Romanshorn mitwirken, doch grössere Projekte sind noch nicht angesagt.