Jedes Jahr denkt sie an Fidel Castro

In der Erzählstunde im Ortsmuseum Amriswil war Heidi Zingg Stucki zu Gast. Die talentierte Amriswilerin wusste viel Spannendes aus ihrem bewegten Leben zu berichten.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Heidi Zingg Stucki erzählt im Ortsmuseum Amriswil aus ihrem interessanten Leben. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Heidi Zingg Stucki erzählt im Ortsmuseum Amriswil aus ihrem interessanten Leben. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

«Solche Menschen wie Heidi Zingg Stucki braucht unsere Gesellschaft», sagt Ortsmuseumspräsident Eugen Fahrni. Die talentierte Amriswilerin setze sich für die Gesellschaft ein, sie sei eine typisch uneigennützige Gemeinschaftsfrau, betont er. Eugen Fahrni freut sich, die zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer zur sonntäglichen Erzählstunde im Ortsmuseum begrüssen zu dürfen.

An einem ganz besonderen Tag wurde sie geboren. «Am 1. Januar 1959; an jenem Tag, als Fidel Castro in Kuba die Macht übernahm», erzählte Heidi Zingg Stucki und setzte sich eine «Kuba-Mütze» auf. Mit der Beatles-Musik sei sie aufgewachsen. «Zudem bin ich ein grosser Frankreichfan», bekennt sie und legt sich ein Frankreich-Schlüsselband um den Hals.

«Wir alle besitzen besondere Fähigkeiten. Talente haben wir alle», ist sie überzeugt. Schon als kleines Mädchen sei sie talentiert gewesen. Sie habe damals zusammen mit ihrem Zwillingsbruder gesungen und mache es heute noch gerne.

Heidi Zingg Stucki ist in Dozwil aufgewachsen und ging dort auch zur Schule. Als Sekundarschülerin beteiligte sie sich jeweils am alljährlichen Sporttag in Amriswil, wo sie stets den ersten Platz belegte. Hier wurde ihr sportliches Talent entdeckt, und so holte man sie in die Leichtathletikriege nach Uttwil.

Politisches Engagement in der SP Amriswil

Während ihrer kaufmännischen Ausbildung in einem Reisebüro hatte Heidi Zingg die Möglichkeit, günstig zu reisen, unter anderem immer wieder nach Paris. Nach einem Sprachaufenthalt in Italien arbeitete sie während eines Jahres im Kinderdorf Pestalozzi. Ihren zukünftigen Mann lernte sie 1983 kennen. Vier Jahre später zog die inzwischen gegründete Familie nach Amriswil.

Die damals vollamtliche Familienfrau trat der SP Amriswil bei und wurde 1989 in die Oberstufen-Schulbehörde gewählt. Zudem war sie Gründungsmitglied des Vereins Igea (Interessengemeinschaft Erwachsenenbildung Amriswil). «Mein Leben bestand aus Sitzungen und Kindererziehung», führt Heidi Zingg Stucki schmunzelnd aus.

Anlässlich der Amriswiler 1200-Jahr-Feier 1999 trat sie ausserdem als Kabarettistin auf, zwei Jahre später im Kabarett «Alles scho erläbt . . .?“» Vom Kabarett ging es zur Glosse. Anfänglich schrieb die Amriswilerin Beiträge für die «Bodensee Zeitung», seit bald zehn Jahren für die Zeitung «amriswil aktuell».

Für die Vormundschaftsbehörde erstellte sie Pflegekinder-Jahresberichte, und seit 21 Jahren ist sie an der Badi-Kasse in Amriswil anzutreffen. Ferner ist sie seit neun Jahren als Wunschkonzert-Moderatorin beim Spitalradio Frauenfeld tätig. Abschliessend meint Heidi Zingg Stucki: «Vielleicht schlummern ja noch andere Talente in mir.»