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«Jeder Song ist eine Filmszene»

The Boulevard Sensation spielen «Alternative Rock». Sie wollen zum Denken anregen. Gitarrist Günther Schlager vergleicht die musikalische Welt mit einem Film: «Jeder Zuhörer soll die Lieder auf seine Weise interpretieren.»
Andrea Kern
The Boulevard Sensation: Günther Schlager, Steven Berner, Michel-Angelo Kiser, Steve Hadorn (v. l.) (Bild: pd)

The Boulevard Sensation: Günther Schlager, Steven Berner, Michel-Angelo Kiser, Steve Hadorn (v. l.) (Bild: pd)

Der Text ist ihnen wichtig. So wichtig, dass sie ihn nie in einem CD-Booklet abdrucken werden. Das möchte jedenfalls Günther Schlager, Gitarrist der Band The Boulevard Sensation, so. Der 22-Jährige hinterfragt vieles. Demnach lautet auch das Credo der Band: «Hör zu und mach Dir Deine eigenen Gedanken.»

Diskussionen um Musikstil

The Boulevard Sensation sind im Oberthurgau angesiedelt. Die Musiker kommen aus Romanshorn, Amriswil und Güttingen.

Gegründet wurde die Alternative-Rock-Band vor rund zweieinhalb Jahren von Günther Schlager, Michel-Angelo Kiser und Sandro Hadorn. Nach Diskussionen um den musikalischen Stil formierte sich die Band neu. Es folgte die Aufnahme einer ersten Demo, und nach einer weiteren personellen Veränderung konnte mit Günther Schlager an der Gitarre, Michel-Angelo Kiser am Mikro, Steve Hadorn am Bass und Steven Berner am Schlagzeug die jetzige Besetzung gefunden werden.

«Möchte an der Musik arbeiten»

«Wir sind keine Spassband», betont Günther Schlager. «Wir machen nicht Musik, damit wir einen Männerabend verbringen können.» Ihr Ziel sei es, möglichst jeden Tag proben zu können. Natürlich mache es ihm auch Spass. «Alle von uns jammen zusätzlich zu den Bandproben regelmässig mit anderen Musikern. Das ist wichtig und bringt einen weiter.» Doch für ihn bedeutet Musik mehr. «Ich möchte an der Musik arbeiten.»

Innerhalb der Band bestimme oft er, wo es langgehe, erklärt der Gitarrist. «Im Proberaum bin ich eine Autorität», sagt er und fügt mit einem Lächeln an: «Ich weiss grad nicht, ob die anderen an dieser Aussage Freude haben.»

Zur Musik gekommen ist Günther Schlager als Primarschüler durch seine Mutter. «Wir waren in der Kirche. Und als ich falsch gesungen habe, meinte meine Mutter, ich müsse ein Instrument lernen.» Nun macht der ursprünglich aus Wien Stammende bereits sein halbes Leben lang Musik.

Die Welt der Konzeptalben

In ihrem Schaffen beeinflusst wurden die Oberthurgauer früher vor allem von den Red Hot Chili Peppers. Mittlerweile stehen bei ihnen Tool und Queens of the Stone Age an erster Stelle. «Tool hat mein Leben verändert», erklärt Günther Schlager. Die US-amerikanische Progressive-Metal-Band fällt mit ihren komplexen Songstrukturen und unüblichen Rhythmen auf. «Ich wusste, ich will auch in diese Richtung.» Es seien aber nur Einflüsse, betont er. «Wir wollen sie nicht kopieren.»

Ähnlich tönt es bezüglich der Stilrichtung. The Boulevard Sensation spielen Alternative Rock. «Da passt viel rein.» Denn eigentlich könne er sich mit Stilbezeichnungen nicht anfreunden. «Sie schubladisieren und schränken die Kreativität ein», meint er und fügt an: «Wer weiss, vielleicht machen wir mal eine Swing-Platte.»

Bei Tool gefällt ihm aber nicht nur der Sound, sondern auch die Konzeptalben. Die Lieder reihen sich nicht lose aneinander, sondern haben einen Zusammenhang. «Konzeptalben sind eine eigene Welt.

» Günther Schlager vergleicht diese Welt mit einem Film: «Jeder Song ist eine Filmszene. Wir stellen die Situation dar, und der Zuhörer interpretiert sich hinein.» Der Gitarrist möchte mit der Musik etwas verändern: «Die Leute sollen kritischer werden und mehr hinterfragen.»

Aus der Masse herausstechen

Trotz der relativ kurzen Bandgeschichte können The Boulevard Sensation auf eine stattliche Anzahl Auftritte in Amriswil, generell in der näheren und weiteren Region sowie als Headliner am Openair Rock am Grill zurückblicken.

Günther Schlager erwähnt aber auch, was nahezu alle Bands beschäftigt: «An Auftritte zu kommen, ist nicht einfach.» Einen wesentlichen Beitrag leiste das Internet: «Netzwerke sind wichtig, um Kontakte mit Bands und Veranstaltern zu knüpfen.» Der grösste Wunsch des Gitarristen: «Ich würde gerne mal das Greenfield in Interlaken eröffnen, das Festival mit der wichtigsten alternativen Szene, von Indie bis Metal.»

Irgendwann möchte Günther Schlager von der Musik leben können. Doch dafür verbiegen werde er sich nicht. «Wir möchten nicht gezielt für die Masse Musik machen, sondern hoffen, dass unsere Musik der Masse gefällt.»

Aus der Masse herausstechen – dieser Wunsch steckt auch im Bandnamen. Inspirieren liessen sich die Musiker von Frank Zappas Album «Over-Nite Sensation». «Ich wollte einen Namen mit Sensation», sagt Günther Schlager. «Und wo hat es viele Leute, wenn nicht auf einem Boulevard?»

Nächste Konzerte: 12. März: Hirschensaal Hohentannen; 13. März: Kaff Frauenfeld

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