«Je enger, desto schöner»

Beim Romanshorner Fasnachtsumzug vom kommenden Sonntag laufen 800 Teilnehmer mit. Die Route ist wegen der Baustelle auf dem Bodanareal kürzer als sonst. Organisator Thomas Sonderegger freut sich insbesondere auf die Seegockel aus Friedrichshafen.

Markus Schoch
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Bunt, laut und schräg: Mit dem Umzug erlebt das Romanshorner Narrentreiben seinen Höhepunkt. (Archivbild: Donato Caspari)

Bunt, laut und schräg: Mit dem Umzug erlebt das Romanshorner Narrentreiben seinen Höhepunkt. (Archivbild: Donato Caspari)

Herr Sonderegger, am kommenden Sonntag findet der Fasnachtsumzug in Romanshorn statt. Ist alles bereit?

Thomas Sonderegger: Ja, wir sind in den letzten Zügen. Es gibt wie immer noch Nach- und Abmeldungen. Aber das sind wir uns gewohnt.

Wie viele Fasnächtler machen mit, Stand heute?

Sonderegger: Wir haben 800 Teilnehmer aus 26 Gruppen.

Sind das viele oder wenige im Vergleich mit den Vorjahren?

Sonderegger: Die Beteiligung ist durchschnittlich. Wir beobachten eine Abnahme bei den Fasnachtsgesellschaften und Gruppen in den letzten zwei/drei Jahren, und zwar generell. Viele Cliquen haben sich mangels Nachwuchs aufgelöst.

Wie gross ist die Romanshorner Fraktion am Umzug?

Sonderegger: Kleiner als auch schon. Wir hatten in der jüngsten Vergangenheit auch hier ein kleines Cliquen-Sterben. Vier hörten zuletzt auf. Inklusive den Salmsachern haben wir in diesem Jahr zwei Guggen, dazu die Hafeschnoogä, die Flosschaoten, die Schifferzunft und den Turnverein, der mit seinem Auftritt auf die alle zwei Jahre stattfindende Abendunterhaltung hinweist. Insgesamt dürften es rund 200 Teilnehmer aus Romanshorn sein.

Wie sah es zu den besten Zeiten aus?

Sonderegger: Vor 15 Jahren gab es einen Riesenhype. Rekord waren 42 Gruppen mit über 1200 Teilnehmern.

Ist es schwierig, Guggen und Cliquen für den Umzug in Romanshorn zu finden?

Sonderegger: Es ist ein Spiel von Angebot und Nachfrage. Die Rorschacher haben dieses Jahr ihren Umzug abgesagt, weil sie zu wenig Anmeldungen hatten, so dass jetzt zwei oder drei Gruppen bei uns mitlaufen, die sonst dort dabei gewesen wären.

Ist die Zukunft des Romanshorner Umzuges gesichert?

Sonderegger: Bei uns ist die Situation insofern anders, als wir als einzige Veranstalter in der Region keinen Eintritt verlangen, sondern eine Kollekte erheben, um die Unkosten zu decken. Zudem ist die Stadt sehr kulant. Sie verrechnet uns keine Kosten, weil sie sehr interessiert daran ist, dass der Umzug stattfindet. Stadtpräsident David H. Bon hat das in einem Gespräch mit mir im letzten Jahr nochmals betont.

Gibt es bei der Ausgabe 2016 des Umzuges etwas Spezielles?

Sonderegger: Ja, früher ging die Party auf dem Bodanparkplatz weiter. Dort befindet sich heute bekanntlich eine riesige Baugrube. Die Umzugsroute ist deshalb dieses Jahr etwas kürzer. Wir hören in der Kreuzung Allee-/Bahnhofstrasse auf. Die Guggenkonzerte finden in diesem Bereich statt. Aber je enger, desto schöner ist es.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Sonderegger: Ich freue mich, dass die Narrenzunft Seegockel aus Friedrichshafen bei uns mitläuft. Es sind rund 140 Maskenträger. Wir haben seit Jahren ein gutes Einvernehmen mit ihnen. Es ist immer schön, Gruppen aus der schwäbisch-alemannischen Fasnacht als Gäste zu haben.

Der Umzug startet um 14.14 Uhr.

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