Japan, Uruguay und Ukraine rufen

ROMANSHORN. HB9ILLW: Zahlreiche Amateurfunker haben am Wochenende dieses Signal und den Leuchtturm von Romanshorn angefunkt. Die Übermittlung passierte digital, durch die Sprache und per Morsezeichen.

Markus Bösch
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Die Amateurfunker empfangen in Romanshorn Signale aus aller Welt. (Bild: Markus Bösch)

Die Amateurfunker empfangen in Romanshorn Signale aus aller Welt. (Bild: Markus Bösch)

Das regnerische Wetter konnte der kleinen Gruppe am See den Spass an der Sache nicht verderben – im Gegenteil: Flugs wurden zwei Antennen aufgespannt, der kleine Tisch mit einem Zelt gegen den Regen geschützt und dann ging das Rufzeichen weg in alle Welt.

Zum ersten Mal ist Romanshorn dabei, beim «internationalen Leuchtturm- und Leuchtschiff-Wochenende»: «Während 48 Stunden sitzen wir vor den Funkgeräten, Laptops und Morsegerät und warten auf Antworten aus aller Welt. Über 500 Leute aus 94 Ländern machen da mit. Nachdem wir einen Club gegründet hatten, erhielten wir das Rufzeichen für dieses Wochenende. Während wir sozusagen den Leuchtturm aktiviert haben, können jetzt alle Amateurfunker antworten», erklärt Silvan Mumenthaler aus Romanshorn. Und die tun das in raschen Abständen.

Moskau und Singapur

Da ist eine Stimme zu hören, dort sind es Zeichen auf dem Morsegerät, und Thomas Rapold aus Romanshorn und Matthias Senn aus Wolfhalden sammeln die Funksprüche und antworten wieder.

Auf der Wiese beim Grillplatz montieren unterdessen Thomas Fischbacher aus Abtwil und Jan Helfenberger aus Kirchberg die dritte Antenne. Jetzt sind die Gesichter der Amateurfunker gespannt und überrascht, denn eben kamen zwei Funksprüche aus Moskau und aus der Ukraine an. Und jetzt sogar noch einer aus Singapur. Bis zum frühen Samstagnachmittag ist dies wohl der am weitesten entfernte Funkspruch, den die Romanshorner mit grosser Begeisterung hören.

Ruf, Antwort, Quittung

Ziel dieses Anlasses sei es, dass möglichst viele Funker die Möglichkeit erhalten und wahrnehmen, den Leuchtturm von Romanshorn anzufunken. Erst werde das eigene Rufzeichen ausgesendet und die eingehenden Antworten auf einer Liste identifiziert und dann auch quittiert. Dabei werde der Wert der Funkleistung und die Verständlichkeit bekanntgegeben. Dazu gehörten auch der Operatorname und der Standort. Vor allem die Kontaktaufnahme sei an diesen zwei Tagen wichtig, eigentliche Funkrunden seien nicht angesagt, so Mumenthaler.

Unterdessen sind weitere Funksprüche empfangen worden und dabei zeigt sich, wie international verbreitet dieses Hobby ist: Sie kommen aus Japan, Uruguay, von den Kanalinseln und vor allem aus Nord- und Osteuropa. Aus über 46 Ländern sind bis Sonntagnachmittag 300 Nachrichten gekommen.