Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ist Kreuzlingen der Winkelried?

KREUZLINGEN. Mit der «Standortplanung für Mobilfunkantennen» betritt Kreuzlingen Neuland. Die IG Strahlungsfreies Kreuzlingen lud zur Diskussion darüber. Wie viele Einschränkungen für Handybetreiber verkraftet das Reglement rechtlich?
Brüschweiler
Debatte zum Thema Mobilfunk: Ernst Zülle, Nina Paproth, Jost Rüegg und Stefan Zbornik. (Bild: Urs Brüschweiler)

Debatte zum Thema Mobilfunk: Ernst Zülle, Nina Paproth, Jost Rüegg und Stefan Zbornik. (Bild: Urs Brüschweiler)

Handyantennen: Das Thema birgt Zündstoff. Fast eine Stunde länger als geplant, dauerte am Montagabend die öffentliche Podiumsverstaltung zum neuen «Antennen-Reglement» der Stadt Kreuzlingen. Und das obwohl nur gerade zwei Vertreter der Kreuzlinger Politik die Einladung der IG strahlungsfreies Kreuzlingen zur Diskussion überhaupt annahmen.

Unter der Leitung von Nina Paproth, der Geschäftsführerin der «Kreuzlinger Zeitung» diskutierten Ernst Zülle, Parteipräsident der CVP, und Jost Rüegg, Sprecher der Freien Liste, mit Veranstalter Stefan Zbornik von der IG strahlungsfreies Kreuzlingen. Warum die anderen Parteien das Thema nicht interessiere, wurde aus den Reihen der rund 30 Besucher des Podiums kritisch hinterfragt.

Es sei eigentlich der falsche Zeitpunkt für die Veranstaltung, wurde als Grund vermutet. Die «Standortplanung für Mobilfunkantennen», welche die Stadt in Zonen einteilt, wo Handymasten denkbar sind und wo, mit Rücksicht auf Wohngebiete, nicht, befindet sich derzeit in der Phase der Vernehmlassung. Der Gemeinderat werde erst noch darüber befinden, sagte Ernst Zülle. Auf diese Diskussionen freue er sich.

Jost Rüegg vermutet einen anderen Grund: «Die Materie ist zu komplex, die andern sind vielleicht überfordert.»

Angst vor Gummi-Paragraphen

Über die konkreten Inhalte der Standortplanung wurde eigentlich auch nur am Rande gesprochen. Stefan Zbornik sagte, die vorgeschlagene Lösung sei ein kreatives Konstrukt, aber der Teufel stecke im Detail. Er befürchtet zu viele «Gummi-Paragraphen».

Insbesondere der Nachweis, den Mobilfunkanbieter bringen müssten, dass sie in einer als geeignet geltenden Zone keine Antenne bauen könnten, sei der Knackpunkt. «Von den Ausführungsbestimmungen hängt alles ab.» Laut Jost Rüegg ist man noch lange nicht dort, wo man sein könnte. Das Reglement müsse noch griffiger werden. Man solle «hartnäckig und mit lauter Stimme» Forderungen an die Mobilfunker stellen.

Ernst Zülle sagte, man müsse mit den rechtlichen Möglichkeiten leben, welche vorhanden seien. «Wir können nicht der Winkelried sein.» Wenn man ein zu scharfes Reglement erlasse, schlage man sich vor Bundesgericht den Kopf an. Den Winkelried-Vergleich nahm Stefan Zbornik auf. Nicht als Winkelried, sondern mit Fachkompetenz solle man die Sache angehen.

Er wünscht sich, dass ein Maximalkatalog aufgestellt wird, und dann sei zu hoffen, «dass der Richter einen guten Tag hat und nicht zu viel wieder herausstreicht.» Zülle konterte, wenn man zu übermütig ans Bundesgericht gelange, könne der Schuss auch nach hinten losgehen. Jost Rüegg, der sich auskennt mit Bundesgerichtsurteilen, holte die Diskussion wieder ein Stück retour. Das Reglement müsse vor dem Bundesgericht noch andere Instanzen durchlaufen. Dort sehe man dann, wie der Wind wehe.

Hoffen auf die Technik

Aus den Reihen des Publikums kamen verschiedene Fragen, aber auch Ideen und Befürchtungen zum Thema Mobilfunk. «Der einfache Bürger hat Angst», war eine der Aussagen. Die Wertminderung von Liegenschaften bei Immissionen durch Funkstrahlung wurde angesprochen. An welchen Standorten denn Handyantennen stehen sollten oder eben nicht, war eine weitere Frage.

Stefan Zbornik hatte schon in einem Einführungsreferat und auch im Rahmen der Publikumsdiskussion die Ansicht vertreten, dass es mit dem Fortschritt der Technik eigentlich keine grossen Handymasten mehr brauche. Es gebe viele Möglichkeiten, die Strahlung zu minimieren. Ein «Handyverhinderer» sei er nämlich nicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.