Ist die Sterbeform eine Frage des Gewissens?

AMRISWIL. Vor einem Jahr hat der Stadtrat Amriswil beschlossen, das Verbot für Sterbehilfe in öffentlichen Institutionen, sprich in der Alterssiedlung wie im Alters- und Pflegezentrum, aufzuheben.

Maya Mussilier
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AMRISWIL. Vor einem Jahr hat der Stadtrat Amriswil beschlossen, das Verbot für Sterbehilfe in öffentlichen Institutionen, sprich in der Alterssiedlung wie im Alters- und Pflegezentrum, aufzuheben. Am Mittwoch luden nun die Alterskommission und die Stadt zu einem öffentlichen Podium zum Thema «Sterben à la carte – Palliative Care kontra Sterbehilfe» ein. Dass dieses Thema die Menschen beschäftigt, zeigte sich am grossen Besucheraufmarsch.

Es gibt genaue Vorgaben

Ob die Aufhebung des Verbots eine Marketingstrategie gewesen sei, um Sterbewillige ins Alters- und Pflegezentrum zu holen, will Moderator Ruedi Josuran wissen. Heimleiter Dominique Nobel stellt klar, dass dem nicht so ist. «Wir haben genaue Vorgaben. Man kann nicht einfach zu uns kommen, um mit Exit aus dem Leben zu scheiden. Die Menschen müssen längere Zeit bei uns sein.» Aber nach dem Entscheid hätten sie sich mit dem Thema auseinandergesetzt.

Niemanden verurteilen

Beim Podium kamen auch Birgit Traichel, leitende Ärztin Palliative Care am Kantonsspital Münsterlingen, Ilona Bethlen, Vorstandsmitglied bei Exit und Juristin sowie Ralph Kunz, Professor für Praktische Theologie an der Universität Zürich zu Wort. Sie diskutierten unter anderem um Selbst- oder Fremdbestimmung sowie um Vereinbarkeit mit dem Gewissen. Wobei alle klarstellten, dass sie niemanden verurteilen – egal, ob er sich für einen Freitod, für eine palliative Begleitung oder aber gegen beides entscheidet.

6. November, interaktives Theater zum Thema im Pentorama.

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