Industrie-Mix aus Sommeri

SOMMERI. Zu den Mitgliedern des Industrievereins Amriswil gehört die Sommerer L+S AG. Sie verfügt über einen modernen Maschinenpark und setzt auf mehrere Bereiche. Um nicht nur von Lohnarbeit abhängig zu sein, auch auf Eigenprodukte.

Roger Häni
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Iris und Urs Coray mit einem ihrer Schultische, die sich durch stufenlose Höhenverstellung und Plattenschrägstellung auszeichnen. (Bild: Roger Häni)

Iris und Urs Coray mit einem ihrer Schultische, die sich durch stufenlose Höhenverstellung und Plattenschrägstellung auszeichnen. (Bild: Roger Häni)

Sommeri. «Liebe Mitglieder, liebe Iris», tönt es häufig an Versammlungen des Industrievereins Amriswil. Die speziell Erwähnte ist Iris Coray, eine der wenigen Frauen im Amriswiler Verein und kantonsweit erste und einzige Frau in einem Industrievereins-Vorstand. Sie profitiere vor allem vom Erfahrungsaustausch, sagt Iris Coray. Als einstige KV-Lehrtochter in der Stahlbranche ist sie es gewohnt, sich gegen Männer zu behaupten.

Urs und Iris Coray leiten gemeinsam den Familienbetrieb in der dritten Generation. Insgesamt zählt er 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – Tendenz steigend. Das Industrieunternehmen ist damit der grösste Sommerer Arbeitgeber, abgesehen von der Bildungsstätte.

Schwankungen ausgleichen

Die Wirtschaftskrise habe die L+S AG zwar schon stark gespürt, sie habe aber keine Entlassungen vornehmen müssen, sagt Urs Coray. «Der Mix macht's aus», fügt Iris Coray hinzu. Tatsächlich setzt die Firma auf mehrere Bereiche und kann so Schwankungen ausgleichen. «Es gibt Jahre, da läuft ein Bereich weniger, dafür ein anderer besser», so Urs Coray.

Die Hauptbereiche wären: Schulmöbel, Komponentenfertigung und Verteilerkastensystem. Hinzu kommen Kühldeckensysteme. Noch im Entwicklungsstadium ist eine Niederquerschnitt-Bodenheizung. Vollautomatisch hergestellt und weltweit vertrieben, ermögliche sie eine sehr effiziente Energieausnutzung mit einer Vorlauftemperatur von unter 25 Grad.

Die Konkurrenz ist gross

In der Metallverarbeitung bietet die L+S AG ihrer Schweizer Stammkundschaft Dienstleistungen aller Produktionsstufen der Metallverarbeitung. «Dadurch heben wir uns von anderen ab», sagt Urs Coray. Das ist auch nötig, denn: «Die Ostschweiz ist bezüglich Metallverarbeitungsbetrieben dicht besiedelt», weiss Iris Coray. Und auch die Konkurrenz aus dem Ausland sei gross – und billig (bei der heutigen Euro-Situation). «Schweizer Betriebe können nur mit modernster Technologie mithalten», sagt Urs Coray. L+S brauche sich da nicht zu verstecken. Eindrücklich ist etwa der Flachbettlaser, der – einmal programmiert – wie von Zauberhand die gewünschten Metallteile liefert.

Auch bei den Möbeln versucht sich das Sommerer Unternehmen von der Konkurrenz abzuheben. «Wir waren schweizweit der erste Hersteller eines Pultes mit Gasfeder-Technologie. Auf Knopfdruck lässt sich die Tischplatte senken und erhöhen. Wir haben das Patent darauf», sagt Iris Coray nicht ohne Stolz und verweist auf stetige Neuentwicklungen.

Am Standort festhalten

Die beiden Inhaber wünschen sich einen kontinuierlichen, gesunden Weiterausbau aller Bereiche. Von den Landressourcen her seien die Ausbaumöglichkeiten am jetzigen Standort an der Hauptstrasse in Sommeri zwar beschränkt, trotzdem werde man an ihm festhalten. Denn auch mit Automatisierungen und immer leistungsfähigeren Maschinen sei eine Vergrösserung möglich, zeigt sich Urs Coray überzeugt.

Für 2012 etwa steht eine Investition von 1,5 Millionen Franken in die Laseranlage an.

Söhne in den Startlöchern

Die Zukunft des Familienunternehmens scheint gesichert. Die beiden Söhne (19 und 21 Jahre alt) kommen beruflich nach ihren Eltern. Es zeichnet sich ab, dass sie innerhalb des nächsten Jahrzehnts in vierter Generation in die Firma einsteigen.