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IN ZWEI JAHREN UM DIE WELT: Eine Egnacherin auf den Weltmeeren

30'000 Seemeilen in einer Segelyacht: Die Egnacherin Maja Sanchez und ihr Freund Dominique Marxer haben eine lange Reise vor sich. Mindestens zwei Jahre werden sie auf den Ozeanen der Erde verbringen.
Ralf Rüthemann
Maja Sanchez und Dominique Marxer haben bereits getestet, ob sie an Bord gut miteinander klarkommen. Hier in der Ostsee.

Maja Sanchez und Dominique Marxer haben bereits getestet, ob sie an Bord gut miteinander klarkommen. Hier in der Ostsee.

Ralf Rüthemann

ralf.ruethemann@thurgauerzeitung.ch

«Wow, das ist ja unglaublich! Für mich wäre es allerdings nichts.» Etwa so reagieren die meisten Leute, wenn die Egnacherin Maja Sanchez und ihr Freund Dominique Marxer aus Eschen (FL) von ihren Plänen erzählen. Sie machen sich nächsten Sommer mit ihrem zehn Meter langen ­Segelboot, der SY Yemayá, auf eine Reise um die Welt. Nicht nur das, sie wollen auch einen qualitativ hochstehenden Dokumentarfilm darüber drehen und rund um die Uhr Filmmaterial aufnehmen. «Solche Aufnahmen gibt es schon viele, doch die wirklich spannenden Momente fehlen oftmals», erklärt die Filmproduktionsleiterin Maja Sanchez.

Als Segler aufgewachsen

Der 33-Jährigen und dem 29-Jährigen wurde das Segeln schon in die Wiege gelegt. Maja Sanchez’ Vater Beat Rohrer hat sie schon früh dafür begeistern können, und auch Dominique Marxer ­segelt seit seinem 6. Lebensjahr. Er sammelte seine Hochsee-Erfahrungen auf dem Mittelmeer und der Ostsee und vor vier Jahren überquerte er mit der ARC-Regatta den Atlantik. Das reicht ihm aber noch nicht, jetzt will er um die ganze Welt segeln.

«Ursprünglich wollte ich alleine gehen», erzählt Dominique Marxer. «Doch dann lernte ich Maja kennen.» Die beiden begegneten sich im Dezember 2015 in Australien und kamen ziemlich bald auf das Thema Segeln. Wie sie sich zu zweit auf dem Segelschiff machen, haben sie bereits getestet: Sie waren mit der SY Yemayá zwei Wochen in der Ostsee unterwegs. «Das hat wunderbar funktioniert», sagt Marxer.

Umweg um Südafrika

Im August 2018 geht es los. Das Paar legt in Saint-Raphaël (Südfrankreich) ab und macht sich auf eine mindestens zweijährige Reise um die Welt. Am Schluss fahren sie via Brasilien noch einmal auf die Karibischen Inseln, bevor sie über den Nordatlantik wieder ins Mittelmeer stechen. Ihre Route müssen sie auch der Piraterie anpassen. Vor allem im Roten Meer und Suezkanal ist dies ein Problem, weshalb sie den Umweg um Südafrika ­machen müssen.

«Die grösste Herausforderung wird wohl die Überquerung des Indischen Ozeans», sagt Marxer. «Dort sehen wir nämlich während gut sechs Wochen kein Land.» Ein weiterer Brocken wird für die beiden Abenteurer die Schnittstelle zwischen Indischem Ozean und Südatlantik. «Dort, wo die beiden Ozeane aufeinandertreffen, ist das Meer nämlich besonders unruhig.» Das Segeln auf solchen Wellen will gelernt sein. Maja Sanchez macht deshalb in den kommenden Monaten noch die Hochseeprüfung, Dominique Marxer hat sie bereits. Doch nicht nur im technischen Bereich werden die beiden herausgefordert: «Das Zusammenleben auf engem Raum ohne jegliche Rückzugsmöglichkeiten darf man auch nicht unterschätzen», sagt Marxer. «Man muss sich auch einfach mal zwei Tage anschweigen können.»

Die ultimative Freiheit

Die beiden werden auf ihrer Reise jedoch nicht nur vor Probleme gestellt: «Wir haben sicher auch viel Zeit, den Moment zu geniessen», sagt Sanchez. «Es hat auch seinen Reiz, dass wir einfach mit dem Notwendigen auskommen müssen und nicht im Luxus leben.» Für Marxer ist die ultimative Freiheit ein Grund für die Reise: «Man kann einfach in den Tag hineinleben und sich völlig nach Wind und Wetter richten.»

Momentan steht noch viel Arbeit an. Marxer schliesst nächstes Jahr den Bachelor in BWL an der Hochschule für Wirtschaft Zürich ab, Sanchez arbeitet noch bis im Frühling weiter als Filmproduktionsleiterin bei einem inter­nationalen Spielfilmprojekt. Auch das Schiff muss noch auf Vordermann gebracht werden und für den geplanten Dokumentarfilm müssen die beiden noch viel Geld auftreiben. Geplant sind mehrere Fix-Kameras auf dem Schiff, die gute Bilder liefern sollen. «Wir werden auch während der Reise regelmässig Kurzfilme erstellen und auf unseren Reiseblog laden», sagt Maja Sanchez.

Mehr Sorgen als die Reise macht Sanchez und Marxer die Heimkehr nach mindestens zwei Jahren: «Es ist schwierig, sich vorzustellen, wie das Leben nach dieser Reise aussehen könnte», sagt Sanchez. «Es wird sicher nicht einfach sein, wieder im normalen Alltag anzukommen. Im Idealfall können wir unser Hobby in ­irgendeiner Form zum Beruf ­machen.» Das lassen Marxer und Sanchez jetzt aber vorerst die ­Sorgen von morgen sein. Morgen, wenn sie 30'000 Seemeilen hinter sich haben.

Hinweis

www.sy-yemaya.com

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