In Zukunft geht es untendurch

AMRISWIL. Im Budget 2013 rechnet die Stadt Amriswil mit einem Verlust von 767 400 Franken. Das nahmen die Stimmberechtigten diskussionslos hin. Mehr Emotionen löste ein Votum für den bereits wieder abgebrochenen Minikreisel beim Stadthaus aus.

Maya Mussilier
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Noch heisst es warten, wenn die Barriere unten ist. Im Herbst 2013 soll nun mit dem Bau der Unterführung begonnen werden. (Bild: Donato Caspari)

Noch heisst es warten, wenn die Barriere unten ist. Im Herbst 2013 soll nun mit dem Bau der Unterführung begonnen werden. (Bild: Donato Caspari)

AMRISWIL. «In nur einem halben Tag erbaut und doch so effizient – der Minikreisel war eine wirklich gute Sache», sagte der Amriswiler Paul Zellweger und sprach damit den anwesenden 190 Stimmberechtigten aus der Seele. Die Frage nach dem Grund des Rückbaus löste spontanes Applaudieren aus. Lange hätten sie gedacht, sie könnten diesen Kreisel behalten, entgegnete Stadtammann Martin Salvisberg. Der Abbruch sei aber ein Entscheid des Kantons gewesen. Sie würden das Votum aber gerne aufnehmen. Salvisberg stellte in Aussicht, dass die Stadt dem Kanton in dieser Sache vielleicht noch einen Brief schreibe.

Bahnhofstrasse nimmt Form an

Verkehrstechnisch beschäftigt Amriswil aber nicht nur die Weinfelder-/Arbonerstrasse. Vor kurzem abgeschlossen wurde die erste 170 Meter lange Etappe der Neugestaltung der Bahnhofstrasse. Mit dem mittleren Teil werde im März begonnen, sagte Stadtrat André Schlatter. Die zweite Etappe soll bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein, so dass das letzte Teilstück in Angriff genommen werden kann. Den Abschluss der gesamten Umbauarbeiten stellt Schlatter auf Ende November in Aussicht.

Gegen Ende des nächsten Jahres wird zudem mit den Bauarbeiten für die Bahnunterführung an der Bahnhofstrasse begonnen.

Hoher Investitionsbedarf

Insgesamt stehen in Amriswil hohe Investitionen an. Unter anderem sind folgende Kredite in der Investitionsrechnung 2013 enthalten: 100 000 Franken Planungskredit für den Neubau eines Werkhofs; 175 000 Franken für Planungsarbeiten für den Neubau eines Feuerwehrdepots; 270 000 Franken als Kostenanteil der Stadt Amriswil an Kantonsstrassen; 654 000 Franken für diverse Kanalisationsprojekte oder 270 000 Franken für die Grabfeldsanierung; Weitere finanzielle «Brocken» wie die Sporthalle, der Kreisel beim Pentorama oder die Tiefgarage unter dem Migros-Parkplatz kommen in den Folgejahren auf Amriswil zu.

Eine Reduktion des Steuerfusses sei im Hinblick auf den hohen Investitionsbedarf und die voraussichtlich zurückgehenden Steuereinnahmen kein Thema, sagte Martin Salvisberg. Ebenso wenig wie die Realisierung eines Hallenbades, wenn dies auch noch so wünschbar sei. «Der Investitionsbedarf für ein Hallenbad liegt bei rund 20 Millionen Franken. Das können wir alleine nicht stemmen.» Das Hallenbad bleibe aber auf der Warteliste und im Richtplan enthalten.

Die Stimmberechtigten bewilligten den gleichbleibenden Steuerfuss von 63 Prozent und das Budget 2013 mit einem Verlust von 767 400 Franken mit nur einer Gegenstimme.

Weniger Stimmen für Moslems

Die Stimmberechtigten hatten zudem in einer geheimen Abstimmung über 16 Einbürgerungsgesuche zu befinden. Alle Gesuche wurden mit grosser Mehrheit angenommen, wobei es bei den Resultaten zu deutlichen Abweichungen gekommen ist. Die katholischen, buddhistischen, orthodoxen und konfessionslosen Gesuchsteller geniessen bei den Stimmberechtigten eine grössere Akzeptanz als jene mit einem moslemischen Glauben. Letztere wiesen alle über 40 Nein-Stimmen auf.

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